Zentralindien 2004 Teil 1

Guidos Reiseberichte

zum Teil 2

Einleitung

Eine wirklich tolle unvergessliche Reise die alles zu bieten hat, was Indien als Reiseland auszeichnet.
Die vielen tollen Begegnungen mit den Menschen und der Natur bleiben uns unvergessen.
Wir reisten von Delhi nach Bophal mit der Eisenbahn. Von dort reisten wir mit Auto und einem Fahrer durch Zentralindien und erlebten  ein Highlight nach dem andern.
Nachher ging es mit der Eisenbahn nach Orissa wo wir weitere erlebnisreiche Tage verbrachten.
Zum Abschluss brachte uns die Eisenbahn noch nach Kalkutta

Bhopal Deori  Marble Rocks Kanha N.P Baiga Volksstamm
Sahspur Lace Sunset Poter Village Chilpi Market Abschied

Samstag 24. Januar 2004 Flug von Zürich über Wien nach Delhi

Sonntag 25. Januar 2004 Wir besichtigten Delhi mit der lebhaften Altstadt

Montag 26. Januar 2004 
Mit dem Bhopal Shatabdi Expresszug fuhren wir in die Gartenstadt Bhopal. In Agra  liesen wir das Touristenmagnet Taj Mahal bewusst rechts liegen, und so  genossen wir  von jetzt an unsere etwas spezielle Reiseroute.

Bhopal erlangte traurige Berühmtheit als Ort der schlimmsten Industriekatastrophe, die die Welt je erlebt hat. Am frühen Morgen des 2. Dezember 1984 explodierten Tanks und brachten eine todbringende Wolke über die Stadt. Die Anzahl der Toten summierte sich auf über 20'000 Personen und viele Mensche leiden heute noch an den Folgen dieser Katastrophe.
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Wir besuchten dann am Nachmittag den pulsierenden Basar Chowk, der berühmt ist für Tabak, Schleier, Staub und Eunuchen. Der Basar ist stark moslemisch geprägt.

Dienstag 27. Januar 2004 
Fahrt über schlechte Landstrassen nach Deori, einem kleinen Dorf an der Strecke Bhopal - Jabalpur gelegen

In Deori übernachteten wir in einem ganz einfachen Gasthaus mit gerade nur zwei Zimmern. Im Gästebuch fanden wir nur Einträge von Indern. Als wir durch das Dorf spazierten, das Abseits der Durchgangsstrasse liegt,  wurden wir von überall her kritisch gemustert. Ein junger Mann sprach uns dann an. Mit seinem bescheidenen Englisch, verständigten wir uns so gut als möglich. Wir wurden dann zuerst zu seinem Kollegen und später zu Ihm nach Hause eingeladen. Der Bann war gebrochen, wir wurden jetzt von überall her angelacht. Als wir uns auf den Nachhauseweg machten , war gerade die Schule aus, so wurden wir von einer grossen Schar Kinder nach Hause begleitet, und die übrigen Dorfbewohner schauten dem lustigen  Treiben neugierig zu. Uns wurde dann, ein mit viel liebe zubereitetes und ein sehr feines Nachtessen serviert. Am Morgen kamen noch einige um sich von uns zu verabschieden. Es war ein wirklich interessanter Aufenthalt in diesem eher wohlhabenden, ländlichen Dorf Deori.

Mittwoch  28. Januar 2004 
Fahrt von Deori nach Jabalpur . Wir übernachteten in einem einfachen Gasthaus in Bhedaghat bei den Marble Rocks. Wir besuchten die Marble Rocks mit dem Boot und machten einen Spaziergang zum Dhaundhar Wasserfall ( Dunstkaskade ).  Bhedagaht ist ein Art Wallfahrtsort für die Hindus. Wir genossen diesen Tag sehr, als einzige nicht Inder unter so vielen Leuten.

Später hatten wir auch noch Zeit, um etwas weiter Fluss abwärts das rege Treiben bei einer Fluss Fähre zu beobachten. Hier konnten wir mit eigenen Augen sehen, dass der Raubbau an Indiens Wäldern für die Indischen Frauen ein immer steigender Arbeitsaufwand bedeutet, mit immer mehr Zeitaufwand für die täglichen Pflichten des Holz sammeln.

Donnerstag 29. Januar 2004 bis Montag 1. Februar 2004  
Kanaha Nationalpark - Hier nahmen wir täglich, morgens und abends,  an zwei geführte Safaris teil. Das heisst am Morgen   ging es um 6.00 Uhr los und  um 12.00 Uhr kam man zum Mittagessen zurück. Um 14.30 ging es schon wieder  auf die Nachmittagssafari . Um 18.30 waren wir jeweils zurück. Nachher gab es das Nachtessen am Lagerfeuer. Wir waren jeweils so um die sechs bis acht nicht indischen Touristen, die von zwei Guides vom Ressort betreut wurden. Die Tage waren also komplett ausgefüllt, vor allem mit den spannenden Safaris. Der Kanha National Park bietet eine atemberaubende Natur und Tierwelt.  Mit Laubwäldern, Savannengrasland, Hügeln und sanften Flüssen. Am Morgen gab es zuerst eine Jeepsafari bis zum Frühstück, das beim Jeep eingenommen wurde. In dieser Zeit waren die Buschmänner mit ihren Elefanten auf Tiger suche. Wir fuhren dann in die Nähe der Tiger, und dann ging es auf dem Rücken der Elefanten auf  Tigerbeobachtungen. Am Nachmittag wurde vor allem die traumhafte Natur im untergehendem Schein der Sonne betrachtet.

Am 31. Januar feierten Bernadette und ich unseren Hochzeitstag und es war der mit Abstand bewegendsten  Hochzeitstag, den wir je erlebten. Zwei einheimische Frauen kamen mit ihren Kindern mit auf die Safari, um ihre Männer/Väter bei der Arbeit auf den Elfanten zu beobachten. Es war für uns sehr schön, dies alles mit  Einheimischen teilen zu können. Es wurde dann ein ganz spezieller Morgen, denn es wurde uns nun das volle Programm geboten, mit wilden Elefanten Ritten und es wurde uns gezeigt, wie zwei von Kindheit an, an Tiger gewöhnte Elefanten, einen Tiger einkesseln können, so dass dieser sich nicht zu fliehen wagte. Wir erlebten dies alles, auf dem Rücken dieser beiden Elefanten mit. Später wieder im Jeep, passierte etwas das eher selten vorkommt. Ein Tiger kam uns auf der Strasse entgegen. Wir stoppten und warteten bis der Tiger ungefähr zwanzig Meter von uns entfernt war, und fuhren dann langsam zurück bis der Tiger die Strasse verliess. Die alles dauert ungefähr 20 Minuten.
Nun konnten wir Bernadettes Herz pochen hören vor Aufregung.
Was wäre wohl passiert wenn der Motor des Jeeps nicht angesprungen wäre?
Wir sind Magie, die die Menschen, die Natur und die Tiere hier , über alles liebt,
sehr, sehr Dankbar für Ihre tolle Begleitung.
http://tigercorridor.com/tulitigerresort-junglesafari.html

Montag 1. Februar bis Samstag den 6. Februar 2004

Chhattisgarh Indiens Dörnröschenland
Jung wie das neue Jahrtausend, alt wie die Erdgeschichte – mitten in Indien warten faszinierende kulturelle und landschaftliche Attraktionen auf Besucher mit Sinn für das Außergewöhnliche. Bis 1999 war Chhattisgarh Teil des großen indischen Flächenstaates Madhya Pradesh und hatte kaum Chancen, seine vielfältigen touristischen Möglichkeiten zu entwickeln, geschweige denn zu präsentieren. Seit dem Jahr 2000 herrscht überall in dem von Raipur aus verwalteten neuen Bundesstaat Aufbruchstimmung. Gute Überlandstraßen machen den Weg frei zur Entdeckung von Kulturstätten und Naturwundern, die den Vergleich mit den weltweit berühmten
großen Namen auf dem indischen Reiseatlas standhalten.

Fahrt nach Kawardha wo wir im Hotel Kawardha Palace wohnten.
http://www.outlooktraveller.com/aspscripts/stay_story.asp?food_id=20

Auf der Fahrt nach Kawardha wurde ich plötzlich nervös. Auf was haben wir uns da eingelassen, dachte ich? Werden wir uns wohl fühlen in diesem riesigen Palast, in dieser vornehmen Umgebung? Wird uns etwa sogar langweilig, in dieser abgelegenen Gegend?
Zuerst wurden wir dem Maharaja vorgestellt, der ausserhalb des Palastes wohnt, und der gerade vom Fotografen Robert Huber aus Deutschland besucht wurde, der ein Fotobuch über die schönsten Paläste Indiens machte. Nachher wurden wir unserem Gastgeber dem Prinzen Jogi Ray vorgestellt. Mit Ihm und seiner Frau, der Prinzessin Kirta aus West Bengalen, assen wir jeweils zusammen zu Abend. Wir waren in dieser Zeit die einzigen Gäste. Wir haben sowieso seit Agra, ausser im Kanha Park, keine ausländischen Touristen gesehen, und dies war auch  noch bis nach Orissa so.

Dienstag 2. Februar 2004 
Im Hotel Palace war alles inbegriffen, Vollpension, Getränke, Wäsche waschen, Fahrrad, Kino sowie Sunny als Guide und ein Auto mit Fahrer. Das Programm wurde nach unseren Wünschen zusammen gestellt,  mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und Spaziergänge und kleine Fahrrad Touren zu unternehmen. So ging es dann los, und was folgte, waren unglaublich erlebnisreiche Tage, mit unzähligen tollen Begegnungen mit den Menschen und der Natur, hier im Herzen Indiens.
In unserem Reiseführer stand: Der im Ostzipfel des Landes  Madhya Pradesh gelegene, neu gegründete Bundesstaat Chhattisgarh, wird mangels Sehenswürdigkeiten in diesem Buch nicht erwähnt.
Bilden sie sich selbst ein Urteil, ob dies Zutrifft?
Am Morgen besuchten wir zuerst eine moderne Zuckerrohrfabrik. Die Bauern müssen bis zu zwei Tage und Nächte warten, bis sie ihr Zuckerrohr abliefern können. Anschliessend besuchten wir eine Dorfgemeinschaft des Baiga Bergstamms. Weiter in den Bergen besuchen wir dann eine Baiga Internat. Hier ist alles sehr einfach. Es gibt nur je ein Schlafraum, mit ganz einfachen Liegebetten ohne Decken, und Bett an Bett. Nachher essen wir das von Prinzessin Kirta selbst gekochte Mittagessen auf dem Feld.

Am Nachmittag besuchten wir dann in Singhasi Village den Tribal Mark mit dem Tribal Festival.  Mitten drin zu sein in diesem lebhaften Treiben, und sich nicht als Eindringling fühlen zu müssen, war ein fantastisches Erlebnis. Als wir wieder losfahren wollten, kamen wir mit einer Gruppe Baigas in Kontakt. Wir nahmen diese Gruppe dann mit uns und stopften das Auto voll,
so konnten sie sich den 10 km Fussmarsch ersparen.

Mittwoch 3. Februar 2004
Am Morgen fuhren wir zum Sahspur Lace, der mit dem Auto kaum mehr zu erreichen ist. Dort am Ende der Zivilisation wanderten wir um den See und beobachteten die farbenprächtigen Vögel. In einem Innenhof eines Hauses assen wir zu Mittag, damit wir mit dem Geschmack unseres Essens keine Bären anlockten. Nachher fuhren wir nach Lohara. Dort gibt es ein Brunnenschacht in den eine Treppe zu unterirdischen Räumen führt. Dort hielten sich früher die Bewohner des Palastes, bei grosser Hitze auf.

Am Nachmittag besuchten wir die High School von Lohara. Es ging  dort wie bei einem Staatsempfang zu. Der Prinzipal war sehr Stolz. Anschliessend wurden wir von Miss Poja nach Hause eingeladen. Die Eltern legten für uns Ihr Sonntagsgewand an.

 

Donnerstag 4. Februar 2004
Diesen Tag verbrachten wir in Kawardha, und wir bewegten uns mit dem Fahrrad fort. Die älteren Frauen lachten teilweise lauthals, wenn sie Bernadette radeln sahen. Wir besuchten auch Sunnys Familie.

Um 15 00 fuhren wir dann mit dem Auto zum Saroda Damm, einem sehr schönen sunset point . Schon bald kamen wir mit einer Indischen Familie, und mit deren netten Tochter Sanjana ins Gespräch. Diese waren sehr interessiert an uns und an der Schweiz. So picknickten  wir eine Stunde gemütlich zusammen, bis zum Sonnenuntergang. Auf der Heimfahrt kamen wir noch bei einem Dorffestival vorbei. Am Abend kamen die Milchmänner von Kawardha nur wegen uns zum Palast, und führten Folkstänze für uns auf.

Freitag  5. Februar 2004
Am Morgen besuchten wir ein Poter Village, die Schule von Cherke Kachaz und Sunnys Lodge

 

Hier in diesem Baiga Dorf sahen wir viel Armut und Elend. Diese Leute Leben praktisch ohne medizinische Versorgung. Viele der Bewohner hier Husten stark. Sunny nahm ein wenig Medikamente mit und verteilte diese an die Baigas. Als ich ein Haus von innen sah  erschrak ich. Die Häuser hier haben zwei Räume und sind praktisch leer. Ein bis zwei halbvolle Säcke mit Reis und sonst einfach nichts. Es gibt weder Betten noch Decken. Die Baigas hier schlafen auf dem Boden,  es wird ja aber um diese Jahreszeit richtig kalt in der Nacht.
Sunny baute hier in der Nähe ein Lodge mit zwei Zimmern und hofft so indirekt diesen Leuten etwas helfen zu können. Das Gasthaus steht in der nähe eines Sees und eines Tempels, in der freien Natur und liegt etwa 40km vom Kanha NP und je 20 km von Kawardha und Chilpi entfernt
satyendra upadhyay(sunny)
bhoramdeo,chhattisgarh,India
(mo)094255-58230,
   093009-88997

Bhoramdeo Jungle Retreat
Am Nachmittag besuchten wir den Wochenmark von Chilpi

 

Das Paar, von denen ich Nahaufnahmen machen durfte, ist verheiratet. Ein Amerikanischer Tourist, der früher mit Sunny hier war, unterstützte die beiden finanziell, damit sie heiraten konnten.

Samstag den 6. Februar 2004 
Wir wurden mit dem Auto nach Bilaspur zum Bahnhof geführt, ca. 120 km. Unterwegs machten wir einen Halt in einem Restaurant. Dort ging ich aufs  WC und so musste ich in den 2. Stock, durch eine Art Backstube. Dort herrschten andere Arbeitsbedingungen als bei uns.
Vielen Dank an unsern Guide Sunny und an unseren Fahrer Paanch sowie dem Personal des Palace.


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Bhopa