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Einer traditionellen Hochzeit geht wie in Europa ein
Behördengang zum Dorfmeister voraus, welcher eine Heirat
amtlich registriert. Für die Einheimischen jedoch hat
dies einen weit geringeren Stellenwert als die
eigentliche Zeremonie.
In vielen ländlichen Regionen außerhalb der größeren
Städte werden noch oft die Ehen von den Eltern
arrangiert, so wie es die Tradition im Grunde verlangt.
Glücklicherweise liberalisiert sich diese Haltung immer
mehr, über die Wahl des Partners wird zwar meist noch
innerhalb der Familie diskutiert, aber in den meisten
Fällen zugestimmt.
In diesem drei Tage andauerndem Spektakel findet am
ersten Tag die eigentliche Heirat vor dem Priester
statt, welche im Kreis der Familien in der Nähe des
Haustempels vollzogen wird. Da die Frau in die Familie
des Mannes einheiratet und in Zukunft auch dort lebt,
wird die gesamte Feier in dessen Elternhaus abgehalten.
Beide Familien richten das Fest aus, wobei offiziell die
Frau als Jungfrau in die Ehe gehen sollte, oft jedoch
erst (oder auch nur dann) geheiratet wird wenn sicher
ist, dass sich die Frau in "froher Erwartung" befindet.
Das Brautpaar ist in kostbare, gold bedruckte und
farbenprächtige Sarongs, Schärpen und Bänder gekleidet,
prächtig anzusehen! Die Braut trägt zudem eine Art Krone
auf dem Kopf, das meist üppige Haar kunstvoll frisiert.
Der gesamte erste Tag ist ganz auf die Zeremonie
ausgerichtet, auch Gebete und Fürsprachen auf eine
glückliche Ehe und Zukunft seitens der Angehörigen
fehlen nicht.
Während der ersten zwei Tage wird für reichliches Essen
und Unterhaltung gesorgt, die obligatorischen
Gamelanorchester leisten angemessene Untermalung, zu der
am zweiten Tag zur Erheiterung der Gäste auch spezielle
Tänze gehören.
Fast den gesamten zweiten Tag über kommen und gehen
ständig Freunde und Bekannte, Nachbarn und offizielle
Vertreter des Dorfes. Das Brautpaar erwartet sitzend in
der Nähe des Eingangs die eintreffenden Gäste, um sich
daraufhin zu erheben, ihnen entgegenzutreten um sie
einzeln zu begrüßen und deren Glückwünsche entgegen zu
nehmen.
Der dritte Tag ist den Freunden des Brautpaares
gewidmet, welche sich in ihren Besuchen ab dem frühen
Nachmittag abwechseln. In eher legerer Atmosphäre,
gelöst durch etliche Gläser Arrak, wird wie am zweiten
Tag wird auch hier jeder Einzelne willkommen geheißen,
wiederum wird Essen gereicht, nur die Karaokeanlage hat
nun das traditionelle Orchester abgelöst. Spätestens am
Abend dieses Tages gewinnt man den Eindruck eines völlig
erschöpften, noch immer mit stoischer Haltung und
mittlerweile chronischem Lächeln die Gäste begrüßenden
Paares. Während die Freunde nun nicht in zeremonieller
Kleidung erscheinen, ist es den Frischvermählten noch
immer nicht vergönnt ihre prachtvollen Gewänder in
bequemeres Outfit zu wechseln. Die Hochzeit ist vorüber
wenn der letzte Gast das Anwesen verlassen hat. |