In Thailand, so scheint es,
lassen sich viele Urlaubsträume realisieren. Aber der verheerende Tsunami hat Besuchern wie Einheimischen mit brutaler Gewalt vor Augen
geführt, dass selbst Urlaubsparadiese verwundbar sind.
Wer mit offenen Augen reist, weis dass es sowieso keine Paradiese gibt,
und dass hinter dem Lächeln der Menschen auch meistens Sorgen
verborgen sind.
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Die Rückkehr der
Sextouristen- Der Tsunami, die Armut und die
Prostitution |
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Die jungen Frauen
berichten offen über ihren trostlosen Alltag und ihren
Umgang mit meist angetrunkenen deutschen Rentnern, und diese
erzählen ohne jegliche Scheu, warum sie nichts dabei finden,
Mädchen zu kaufen, die 40 Jahre jünger sind als sie selbst.
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Film "Words" anschauen
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Der Film zeigt auch, wie
im Schlepptau dieses "Tourismus" Kinder in der Prostitution
landen. Geschildert wird der Fall eines vorbestraften deutschen
Kinderschänders, der in Pattaya
verhaftet wird. In Deutschland kommt dieser Mann schließlich mit
einer Bewährungsstrafe davon. Wegen Schlampereien im Prozess. |

Die sexuelle
Ausbeutung von Kindern
Es sind seriöse Geschäftsleute und biedere
Familienväter, die Kinder sexuell ausbeuten
Die Straftaten finden statt in Hotels, Bordellen und
durch die Produktion von Kinderpornographie. Kinder, die
sexueller Ausbeutung ausgesetzt sind, erleiden Schäden
in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung.
Schäden, die nur schwer wieder gut zu machen sind.
Außerdem sind sie der Gefahr der Infektion mit
Geschlechtskrankheiten und HIV/AIDS ausgesetzt. Darüber
hinaus hat sich in vielen Ländern ein Kinderhandel zum
Zwecke der sexuellen Ausbeutung entwickelt.
Vor gut 20 Jahren machten erstmals Projektpartner von
terre des hommes aus Südasien auf das Problem
aufmerksam: Immer mehr Jungen und Mädchen sicherten ihr
Überleben mit gelegentlichen sexuellen Dienstleistungen.
Mit der wachsenden Zahl von Touristen, die diese Länder
bereisten, stieg auch die Nachfrage. Und durch die
Möglichkeiten der modernen Kommunikation nahm die
Verbreitung von Kinderpornographie enorm zu. Skrupel
kennen weder Produzenten noch Händler von Filmen und
Fotos. Längst haben auch Kriminelle das Internet für
ihre Geschäfte entdeckt.
1990 beschlossen die Teilnehmer der Südostasiatischen
Konferenz im thailändischen Chiang Mai eine
»Internationale Kampagne gegen Kinderprostitution im
Tourismus«. terre des hommes wurde, wie andere
Nichtregierungsorganisationen und kirchliche Hilfswerke
auch, von den Projektpartnern aufgefordert, in Europa
ebenfalls vernetzte Kampagnenarbeit aufzunehmen, um die
Nachfrage von Touristen nach Mädchen und Jungen im
Ausland zu stoppen.
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Prostitution ist Gewalt gegen
Frauen
Prostitution als Gewalt
gegen Frauen, da Frauen aus ökonomischen Gründen
zur Prostitution gezwungen sind. |
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Prostitutionstourismus und organisierter Frauenhandel mit Frauen
aus Ländern der dritten Welt: Ausmaß und Hintergründe
Der Tourismus in die Länder der Dritten Welt ist seit Jahren
steigend; steigend ist auch die Zahl der Frauen und Kinder in
der Prostitution für die Touristen. Das Zusammenwirken von
Massentourismus, Prostitutionstourismus und der epidemischen
Ausbreitung von Aids ist ebenfalls nachgewiesen. "Thailand
konnte 1990 über fünf Millionen Touristen verzeichnen, 70% der
Besucher sind Männer. Quantitativ angelegte Untersuchungen haben
zeigen können, daß zwischen 50% und 70% der männlichen Besucher
vornehmlich wegen der sexuellen Kontakte kommen." Der Tourismus
ist schon seit 1982 der Devisenbringer Nr. 1 in Thailand. Mit
über 20% Steigerung jährlich wurden für 1988 ca. 6 Milliarden DM
an Deviseneinnahmen verzeichnet. Dabei darf allerdings nicht
übersehen werden, daß laut dem Ergebnis einer Untersuchung an
der Bangkoker Universität 56% der Deviseneinnahmen von 1987
wieder für Importe, Zinsen und Profite ausgegeben wurden und ins
Ausland zurückflossen. Diese Dominanz des Tourismussektors in
Thailand geht zu Lasten der Landwirtschaft, die
wirtschaftspolitisch vernachlässigt wird. Immer mehr Menschen,
gerade aus dem verarmten agrarischen Norden, strömen in die
Städte. In Thailand wird die Zahl der Prostituierten auf
mindestens 1,5 Millionen Frauen geschätzt. Sie ist parallel zu
den Touristenzahlen angestiegen. Wie in den meisten
Entwicklungsländern, ist auch in Thailand die Prostitution
offiziell verboten. Im Hinblick auf die enormen Deviseneinnahmen
und weil viele Politiker und angesehene Geschäftsleute in das
Sexgeschäft involviert sind, wurde das Thema Prostitution in
Thailand lange zurückhaltend behandelt. Dementsprechend groß war
gerade in den letzten Jahren auch der Widerstand von bestimmten
politischen Gruppen und Teilen der Bevölkerung, das Aids-Problem
anzugehen. Politiker, die sich für Aids-Kampagnen stark machten,
wurden verunglimpft, aus der Angst heraus, das Sexgeschäft
könnte Schaden nehmen. Seit gut zwei Jahren hat sich hier etwas
geändert. Im Vergleich mit anderen asiatischen Staaten hat
Thailand die meisten Aids-Infizierten.
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