Reisebericht Indien 2007

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Ich werde im Bahnhof Howrah abgeholt von Alok, Tara und Indurschi.
Am Ausgang werden unsere Tickets kontrolliert. Alok und Tara haben ein Plattform Ticket, für Indurschi haben Sie keines gekauft, da die Person am Schalter Ihnen gesagt, dass er keines braucht.
So konnte ich mit eigenen Augen beobachten wie versucht wurde, armen Leuten auch noch die letzten Rupies in die eigene Tasche abzuzocken. 200 Rupie verlange die resolute Dame, die mich versuchte wegzujagen, von Alok und Tara, das ist der Verdienst von Alok für drei lange Arbeitstage.
Als ich ebenfalls energisch wurde, gab die " nette Dame " auf.
Tara besorgte mir ein Hotel ganz in der Nähe Ihre neuen Wohnung.
Tara kochte für mich und brachte mir das Essen in mein Zimmer.
Nach dem Essen übergab Tara mir voller Stolz Geschenke für meine Familie und mich.


Anschliessend werde ich in Ihre neuen Mietwohnung eingeladen.
Die Wohnung hat einen Grundriss von ca. 2 x 3 m. Durch eine kleine Öffnung in der Decke kann man über ein Leiter in den 2. Stock. Der Zugang zu den Wohnungen ist sehr eng. Hier haben 10 Familien ein gemeinsames WC mit einer Waschecke. Die Wäsche wir draussen gewaschen.
im Moment wohnt noch die jüngere Schwester von Alok bei Ihnen.
Für Sie wird jetzt ein Mann gesucht.

In diesen 2 Tagen in Kalkutta bin ich wieder den grössten Teil zu Fuss unterwegs.
Kalkutta ist sich nicht mehr das Armenhaus Indiens, verhungern muss niemand in Kalkutta,
Doch dieses mal sehe die Tatsache, dass es in Kalkutta geschätzte 1 Millionen Obdachlose gibt,
davon ein grosser Teil Kinder, mit anderen  Augen.
Jetzt weis ich das es viele Familien gibt die über ganze Generationen Obdachlos sind und nie die Möglichkeit bekamen die Schule zu besuchen und sicht trotz Pocken, Malaria und vielen anderen Krankheiten kaum Medikamente leisten können.
Dann gibt es auch viele verkaufte Mädchen die an Zuhälter verkauft wurden. Ich bin per Zufall in eine Gasse mit käuflichen Damen gelandet, dort gibt es auch verkaufe Frauen aus Nepal etc.
Schon am Nachmittag stehen dort hunderte von Frauen vor schäbigen Absteigen.
Das schrecklichste aber was ich gesehnen habe war ein Mensch mit einer Behinderung, ohne Arme und ohne Beine, der mitten auf dem Gehsteig auf dem Rücken lag, und Ala um Hilfe rief. Wahrscheinlich war er betrunken oder hatte einen  Epilepsie Anfall. Links und rechst liefen hunderte von Leuten an Ihm vorbei wie nichts wäre.
Dies war beim Bahnhof Sealdah. Da ich wusste dass Tara dort aufgewachsen fragte Tara ob Sie diesen Menschen kennt. Er lebe schon lange dort und sei oft betrunken sagte mir Tara.

 


Abschied

In Kalkutta leben und schlafen schätzungsweise 1 Millionen Menschen auf der Strasse

Die Story von Tara und Ihrer Familie

Das Beispiel von Tara und Ihrer Familie erfüllt mich mit Wut!
Wie kann es sein, dass ganze Generation nichts anderes kennen als auf der Strasse leben zu müssen, und nur bei der Geburt Ihrer Kinder, ganze drei Tage  Spitalaufenthalt erhalten.
Anstatt vom Staat Hilfe zu erhalten werden Sie von der Polizei und den Behörden noch schikaniert und manchmal auch geschlagen, und  korrupte Beamte versuchen sich noch zu bereichern am Ihnen.

Auf unser Indien Reise 2004 begegneten wir Tara und Induschi zum ersten mal.
Wie abgemacht traf ich Tara am Nachmittag wieder, und sie und ihr Sohn begleiteten mich dann zum Hotel zurück. Am Schluss sagte ich ihr, dass Bernadette und ich heute Abend ins Kino gehen würden. Als ihre Augen zu leuchten begannen fragte ich sie spontan, ob sie mitkommen wolle. Sie sagte sofort ja. Tara konnte so herzhaft lachen und auch ihr Boy genoss diesen Abend sehr. Wir verabredeten uns für den morgigen letzten Tag in Indien noch einmal.
Bernadette und mir war sofort klar, wenn man jemanden so persönlich kennen gelernt hat, kann man nicht einfach zur Tagesordnung  wechseln. Wir gingen mit Ihr und dem Jungen essen, und versuchten einiges in die Wege zu leiten, damit wir ihre Familie von zu Hause aus finanziell ein wenig unterstützen  können. Nach vielen Problemen klappt es dann.

Auf unserer Indienreise 2005 treffen wir Tara und Ihre Familie wieder.
Wir treffen uns mit unseren Freunden Alok, Tara, und Induschi.
Ihre Lebenssituation hat sich sichtlich verbessert. Wir besuchen zusammen Induschi's Nursery School und einen Freizeitpark.   Sie müssen aber leider, wie mehr als eine Million anderer Menschen in Kolkata auch, immer noch auf der Strasse leben und schlafen.
Am Ende unserer Reise Treffen wir unsere Freunde noch einmal. Wir besuchen zusammen einen Tempel am Stadtrand und wir erleben den fürchterlichen Verkehr von Kolkata hautnah. Anschliessend essen wir zusammen in unserem Zimmer und besprechen zusammen, wie wir Ihnen zu einer Mietwohnung verhelfen können.

Auf meiner Indienreise 2007 treffe ich Tara und Ihre Familie wieder.
Zum ersten mal im Ihrem Leben eine Dach über dem Kopf 
Ich werden in Ihre neuen Mietwohnung eingeladen. Die Wohnung hat einen Grundriss von ca. 2 x 3 m. Durch eine kleine Öffnung in der Decke kann man über ein Leiter in den
2. Stock.
Der Zugang zu den Wohnungen ist sehr eng.
 10 Familien haben ein gemeinsames WC mit einer Waschecke.
Die Wäsche wir draussen gewaschen.
Im Moment wohnt noch die jüngere Schwester von Alok bei Ihnen.

 


über 70 Prozent unserer Patienten in Howrah, einem der vielen großen Slumgebiete Kalkuttas, sind Kinder. Zwei von drei Kindern, die unter fünf Jahre alt sind und in unsere Ambulanz gebracht werden, sind schwer unterernährt. So muß neben der medizinischen Versorgung oft zunächst einmal mit Zusatznahrung geholfen werden. Häufig führen Mangelerscheinungen in Verbindung mit einer Infektionskrankheit - wie beispielsweise den Masern - zur Erblindung der Kinder. Die allermeisten von ihnen haben Würmer oder andere Parasiten. Unsere Ärzte leben mitten im Slum bei ihren Patienten - wenn auch vergleichsweise fürstlich untergebracht: Wir haben eine Dusche und zwei eigene Toiletten - für unsere Nachbarn ein unerreichbarer Luxus. Und jede Ärztin und jeder Arzt hat ein kleines Zimmerchen, während unsere Patienten in vergleichbaren Räumen oft mit sechs oder acht Personen wohnen.

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 Letzte Aktualisierung am  26.06.2008 20:58:09