Kampf gegen die Ungerechtigkeit
Zwei Drittel der indischen Mädchen werden verheiratet, bevor sie volljährig sind. Menschenrechtsorganisationen kämpfen gegen das traditionelle Kastensystem.
| Reisebericht Indien 2007 |
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Die gezielte Abtreibung von Mädchen hat in Indien in zwei Jahrzehnten vermutlich zum Fehlen von rund zehn Millionen Frauen geführt. Dies geht aus einer in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "The Lancet" veröffentlichten indisch-kanadischen Studie hervor. Die Forscher hatten dazu knapp 134.000 Geburten in rund 1,1 Millionen indischen Haushalten im Jahr 1997 untersucht. In Familien, in denen das erste Kind ein Mädchen war, kamen beim zweiten Kind auf 1000 Jungen nur 759 Mädchen. |
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Millionen ohne Menschenrechte im Land von Hightech und AyurvedaIn Indien werden 160 Mio. Kastenlose,
die sich selbst Dalits nennen, unterdrückt und
ausgegrenzt. Oft dürfen sie keine Schulen betreten,
keine öffentlichen Brunnen benutzen, werden geschlagen
und mißbraucht. Nicht besser ist die Situation der rund
70 Mio. Angehörigen der indischen Urbevölkerung, ("Adivasi").
Die Unterstützung benachteiligter Bevölkerungsgruppen
ist der Schwerpunkt der Indienarbeit der ASW. Besonderes
Augenmerk legen wir dabei auf die Stärkung von Frauen. AdivasiUmweltzerstörung und Waldabholzung sind Hauptursachen für die dramatisch schlechten Lebensumstände der Adivasis. Die Hälfte von ihnen ist bei inoffiziellen Geldverleihern verschuldet und viele leben in Schuldknechtschaft. Sie verlieren immer mehr Land, offiziell an den Staat und illegal an Nicht-Adivasis und haben immer weniger zu essen... Baumwolle
Mehr als 60 Millionen
InderInnen leben von der
Produktion und
Verarbeitung von
Baumwolle. Weil die
Baumwolle außerdem als
Devisenbringer bedeutsam
ist, propagiert der
indische Staat den Anbau
von Hochleistungssorten,
um die Hektarerträge zu
steigern. Der Anbau
dieser Sorten, die viel
Wasser und einen
intensiven Einsatz von
Pestiziden benötigen,
schädigt aber nicht nur
die Umwelt, sondern hat
Tausenden von Bauern nur
Unglück gebracht: "Frau nackt durchs Dorf getrieben und vergewaltigt" oder "Student auf Polizeiwache gestorben". Über solche Menschenrechtsverletzungen berichten die Tageszeitungen der größten Demokratie der Welt täglich. Sowohl die Frau als auch der Student gehören mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Gemeinschaft der "Kastenlosen", die die unterste Stufe der indisch-hinduistischen Kastenhierarchie bildet... Frauen"Eine Frau sollte niemals unabhängig sein" heißt es im Hinduismus. So dürfen in Indien nur wenige Mädchen zur Schule gehen, sind ihre Überlebenschancen schon als Fötus deutlich schlechter als die von Jungen, leisten sie bereits als junge Frauen Schwerstarbeit, um die Familie durchzubringen... LederDeutschland ist einer der Hauptabnehmer für Leder aus Indien. Schuhe und Kleidung aus Leder gelten als naturnah und "umweltfreundlicher" als Produkte aus anderen Materialien. Die Umstände der Lederproduktion und deren Auswirkungen auf die Menschen lassen allerdings Zweifel daran aufkommen... NarmadaFortschritt für die Bevölkerung? – Wohl kaum. Von dem Strom der Staudämme werden die Reichen in den Städten profitieren. Das angestaute Wasser wird nicht den Kleinbauern zugute kommen, sondern den Großbauern und Agrokonzernen, die dann für den Export produzieren können. Für die Bewohner des Narmadatals – die in der Mehrheit der indischen Urbevölkerung, den „Adivasis“ angehören – sind die Dämme existenzzerstörend.... Wasser
Wasser
ist in Indien heiß umkämpft. Vor allem
für die arme Bevölkerung wird der Zugang
zu sauberem Wasser immer schwieriger.
Fast jeden Sommer berichten indische
Zeitungen von leeren Wassereservoirs
oder gar von Dürretoten. Dabei
profitiert Indien durch seine
geographische Lage von dem regenreichen
Sommermonsun. Woran liegt es also, dass
Indien ein Wasserproblem hat...?
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Indien 2008 Rajasthan |
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Letzte Aktualisierung am 26.06.2008 20:58:09
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