Reisebericht Indien 2007

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Indien ist ein Land der Gegensätze.


Von vielen wird es als eine Regional- sprich Weltmacht wahrgenommen. Die internationale Gemeinschaft ist beeindruckt von seiner wirtschaftlichen und nuklearen Stärke. Andere wiederum betonen die Schattenseiten dieses Landes und verurteilen die Armut und die Diskriminierungen, unter denen ein Grossteil der Bevölkerung leidet, insbesondere die Minderheiten und Unberührbaren (Dalit). Weitere Herausforderungen, denen sich die Regierung und die Bevölkerung stellen müssen, sind eine niedrige Arbeitsplatzbeschaffungsrate, eine unzureichende Qualität der öffentlichen Dienstleistungen und der ungenügende Zugang zu denselben sowie die Diskriminierung gegenüber Frauen. Die Zahlen sprechen für sich: Heute leben immer noch 350 Millionen Inder und Inderinnen in Armut, 47% der Kinder leiden an Unterernährung und in einigen Gliedstaaten wie Punjab
liegt das Verhältnis Frau/Mann bei 793/1000.

Quelle DEZA

 


Zehn Millionen Mädchen in Indien gezielt abgetrieben

In Indien werden Jungen bevorzugt, weil sie den Namen der Familie weiter tragen.

Die gezielte Abtreibung von Mädchen hat in Indien in zwei Jahrzehnten vermutlich zum Fehlen von rund zehn Millionen Frauen geführt. Dies geht aus einer in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "The Lancet" veröffentlichten indisch-kanadischen Studie hervor. Die Forscher hatten dazu knapp 134.000 Geburten in rund 1,1 Millionen indischen Haushalten im Jahr 1997 untersucht. In Familien, in denen das erste Kind ein Mädchen war, kamen beim zweiten Kind auf 1000 Jungen nur 759 Mädchen.

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 Kampf gegen die Ungerechtigkeit

Zwei Drittel der indischen Mädchen werden verheiratet, bevor sie volljährig sind. Menschenrechtsorganisationen kämpfen gegen das traditionelle Kastensystem.

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 Der Kampf gegen das Kastensystem

Der Bahnhof im südindischen Chennai (Madras)

illustriert diesen Kontrast perfekt. Man kann dort seinen Laptop anschließen und E-Mails herunterladen, Mobiltelefone aufladen, sich in Restaurants und Imbissständen mit Hamburgern, Mousse au Chocolat, chinesischen Spezialitäten und gleich nebenan mit Hot Dosas und Chicken Tikka  verpflegen.
Aber nur wenige Meter weiter sieht man Frauen, die auf die denkbar primitivste Art den Kot zwischen den Gleisen herausholen, mit Stock, Besen und Blechschaufel.
Warum existiert dieser völlig obszöne Gegensatz?

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Millionen ohne Menschenrechte im Land von Hightech und Ayurveda

In Indien werden 160 Mio. Kastenlose, die sich selbst Dalits nennen, unterdrückt und ausgegrenzt. Oft dürfen sie keine Schulen betreten, keine öffentlichen Brunnen benutzen, werden geschlagen und mißbraucht. Nicht besser ist die Situation der rund 70 Mio. Angehörigen der indischen Urbevölkerung, ("Adivasi"). Die Unterstützung benachteiligter Bevölkerungsgruppen ist der Schwerpunkt der Indienarbeit der ASW. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Stärkung von Frauen.

Die ASW kann in Indien auf eine in 30 Jahren gewachsene Zusammenarbeit mit erfahrenen indischen ProjektpartnerInnen zurückgreifen. In fünf Bundesstaaten werden Basisgruppen, dörfliche Selbsthilfegruppen, Einzelpersonen und Netzwerke erreicht, die sich für die Dalits, Adivasi, Frauen und die bedrohte Umwelt einsetzen.

Der Zusammenschluss von Dorfbewohnern über religiöse, ethnische und Kastengrenzen hinweg ist der erste und wesentliche Schritt für die Erreichung weiterer Ziele. Nur gemeinsam können die Menschen ihre Lebensumstände verbessern, sich aus Schuldknechtschaft befreien, ihre Rechte gegen Behörden und ihre Interessen in der Gemeindepolitik durchsetzen

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 Letzte Aktualisierung am  26.06.2008 20:58:09