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Wir fliegen von Ahmedabad via Delhi mit der
Spicejet nach Varanasi. Der Domestic Airport in Delhi hat sich
zu einem sehr modernen Flughafen entwickelt mit vielen
Geschäften und Restaurants, sowie Geldautomaten.
Leider war auf dem Flug von Delhi nach Varanasi nichts von Great
Himalaja Massiv zu sehen, das sich offensichtlich hinter Wolken
versteckte. Die Landebahn in Varanasi ist eher kurz, so dass der
Pilot ziemlich rasch und stark abbremsen musste. doch es war
trotzdem eine angenehme Landung. Da der Flughafen Varanasi sehr
klein ist, kann man nach dem Aussteigen zu Fuss ins
Flughafengebäude laufen. Wir waren sicher mindesten 150
Passagiere, und so war der kleine Ankunftsraum in dem sich auch
das nur etwa 15 bis 20 Meterlange Gepäckband befindet total
überfüllt. Am ende dieses Raum befindet sich auch der Pre Paid
Taxi Schalter. 800 Rupie ( 13 Euro ) wollten diese für ein Taxi
in die 20 km entfernte Altstadt von Varanasi. 300 Rupie wären
wohl ein fairer Preis. Nein so nicht, aber wie? Zum Glück gibt
es draussen noch einen zweiten Schalter bei dem es ein Taxi für
450 Rupie gab. Auch die Inder mussten diesen Betrag bezahlen,
günstiger ging es zu Zeitpunkt nicht, weil die Altstadt im
abendlichen Verkehr am kollabieren war. Wir hatten unser
Guesthouse direkt am Ganges wo das Taxi nicht hinfahren
konnte. Bei der St. Thomas Kirche suchte der Taxi für uns eine
Fahrradritschka die uns die restlichen 1.5 km transportieren
sollte. Wir zwei auf einer Fahrradritschka zusammen mit unseren
Koffern durch die total verstopften Gassen. Als wäre das nicht
schon genug gewesen, wurden wir auf noch von Schleppern
bedrängt. Als wir dann in der Nähe unseres Guesthouse ankamen,
wurden wir sogleich von Portern umringt. Stopp, jetzt lasst uns
erstmal absteigen und verschnaufen, sagte ich mit einem
verkrampftem Lächeln. Doch zwanzig Minuten später hatten wir
bereits unser Zimmer bezogen und waren auf dem Weg zum 5 Minuten
entfernten Dashawamedh Gath, mitten drin im mystischen Geschehen
am River Ganges. |
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Anschliessend das Dinner auf der Dachterrasse
unseres
Rashmi Guest House - A Palace on River
im Dolphin Roof Top Restaurant einnehmen zu können. was will man
mehr? Dazu das erste Bier nach der alkoholfreien Zeit in
Gujarat. Das Rashmi Guest House mit seinem Dachrestaurant können
wir nicht nur wegen seiner Lage sehr weiter empfehlen sondern
auch wegen dem guten Preisleistungsverhältnis und seinem
freundlichen Personal. Unser Zimmer hatte überhaupt keinen
Ausblick und war dunkel, doch zum ausruhen, waschen und
schlafen reichte es uns vollkommen. |
| Eigentlich wollten wir es heute
Morgen langsam angehen lassen, doch als ich um 06:00
durch die Geräusche draussen am Ganges wach wurde,
konnte es ich nicht mehr erwarten das Geschen
beobachten zu können und meine arme Frau wurde von
mir aus dem Schlaf gerissen, und 15 Minuten später
waren wir draussen am Ganges. Fast zur Pflicht eines
Varanasi Touristen gehört die Fahrt am Morgen früh
auf dem Ganges per Boot um beim Sonnenaufgang das
Treiben der Pilger an den Gaths zu beobachten und
fotografieren zu können. Heute wollten wir jedoch
das Geschen an den Gaths dem Ganges entlang zu
Fuss beobachten. Man wird jedoch fast im Minutentakt
gefragt ob man eine Bootsfahrt machen wolle und wie
Später es wird um so günstiger werden die Angebote.
Der vom UP Tourismus empfohlen Preis wäre RS 50 pro
Stunde für kleine Boote für 1-4 Personen, aber daran
hält sich keiner. So ist es jedem seine persönliche
überlassen für sich selber eine Preis
auszuhandeln der für ihn stimmt. Ich denke dass für
90 Minuten morgens Früh ein Preis von RS 400 für
indische Verhältnisse sehr hoch ist, den wir uns
aber andererseits sehr gut leisten können. Da es
aber mehr Boote, mit Ausnahme bei grossen Festen,
gibt die von Touristen gemietet werden, bekommt man
sicher ein Boot schon für RS 100 per Stunde. In
Wirklichkeit ist es jedoch viel interessanter das
Geschen zu Fuss mitzuerleben. Doch zugegeben per
Boot lassen sich die besseren Fotos schiessen.
Deshalb ist Ideal, wenn man mindestens an zwei
verschiednen Tagen den Sonnenaufgang am Gange
erleben kann, so hat man beide Möglichkeiten. |
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Im Herzen Varanasi, zwischen der
Dashaswamedh Ghat und Kotwali liegt die Altstadt mit
einem Labyrinth aus verwinkelten Gässchen, die zum
Erkunden einladen. Hier herrscht ein buntes und
lebendiges Treiben. Der Ganges dient dabei als
Orientierungspunkt, sollte man sich verlaufen. Die
Zugänge zu den Gassen um den Golden Tempel der
Hindus und um die daneben liegende Mosche werden von
unzähligen schwer bewaffneten Polizisten überwacht,
um so die Mosche vor Übergriffen radikaler
Hindus zu schützen. |
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Am Abend werden am Ganges schöne kleine
schwimmende Blumen-Gestecke mit einem Kerzchen für Rs 10
verkauft die man dann anzünden und auf dem Ganges treiben
lassen soll. Vor allem in der Nähe des Dashaswamedh Ghat gibt es
am Abend hunderte von Verkäuferinnen die solche kleinen Kerzchen
verkaufen. So wirst du gegen hundert mal gefragt ob du eine
Kerze kaufen willst. So habe ich angefangen dieses nicht im
Ganges treiben zu lassen, sondern vor mir aufgestellt und
angezündet. Das hat zwar ein Kopfschütteln ausgelöst, aber
gefragt wurden wir wenigsten für eine kurze Zeit nicht mehr.
Auch gibt es hunderte von Postkartenverkäuferinnen von denen
auch jede ein Stück vom "Touristenkuchen" erhalten möchte.
Natürlich wirst du auch am Abend immer wieder angesprochen, ob
du ein Boot mieten willst. Dann gibt es da noch die Masseure die
dir Hand geben wollen zum Gruss und dann diese nicht mehr
loslassen wollen um dich massieren zu können. Wenn man diesen
Verkäufern nicht wie lästigen Fliegen begegnet sondern sie zu
verstehen sucht, dass auch sie etwas verdienen möchten, kann man
das ganze mit Humor angehen lassen. Uns ist jedenfalls niemand
aggressiv begegnet. |
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| Für unserer morgendlicher
Bootsfahrt auf dem Ganges nehmen wir und 90 Minuten Zeit. Leider
spielte sich der Sonnenaufgang hinter den Wolken ab und es war
auch ein wenig neblig. Es ist sechs Uhr morgens. Nach
hinduistischer Vorstellung gilt es als besonders verdienstvoll,
wenigstens einmal im Leben diese heilige Stadt zu besuchen und
sich durch ein Bad im Fluss Ganges von den Sünden reinzuwaschen.
Wer das große Glück hat, am Gangesufer zu sterben, dem gilt
Erlösung als sicher. Wer nach dem Tod in Varanasi verbrannt wird
und dessen Asche in den Ganges gestreut wird, entgeht dem
Kreislauf der Wiedergeburt und ist besonders gesegnet.
Auf dem Boot lässt man sich wiegen
in der surrealen Stimmung dieses Ortes. Eine starke spirituelle
Erfahrung im Herzen einer heiligen Stadt:
Varanasi, auch Kashi genannt.
Varanasi ist die Stadt der
Kontraste: Leben und Tod, Chaos und Ordnung, Schönheit und
Elend. Die leuchtenden Farben, die starken Gerüche, das Läuten
der Gebetsglocken und die unaufhörlichen Gesänge machen aus
dieser Stadt eine starke spirituelle Erfahrung, ziehen
unweigerlich in ihren Bann. Der
Ganges ist der heiligste Fluss Indiens und wird als
Gottheit angesehen. Die Flussgöttin „Ganga“, dargestellt auf
einer Lotusblüte oder auf einem Krokodil sitzend, ist eine von
vielen Darstellungen Vishnus, dem Gott der Schöpfung und der
Zerstörung. |
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Los geht mit der
Fahrradritschka zum Stadtteil Kotwali, einem Handwerker- und
Moslem Quartier. Mit den Fahrrad- und Motorritschka Fahrern, die
speziell auf Fahrten mit Touristen aus sind, braucht es eine
grosse Portion Gelassenheit. Man wird alle paar Meter
angesprochen, ob man eine Ritschka brauche. Es kommt oft vor,
dass hartnäckige Ritschka Fahrer einen immer und immer wieder
die gleiche Geschichte erzählen und einem jedes mal 5 Minuten
nachlaufen. Es gibt wirklich nur ein Mittel um sich nicht
stressen zu lassen, versuchen diese Menschen zu verstehen, und
immer freundlich bleiben, denn wir sind ja die Gäste hier.
Das Kotwali ist ein sehr lebhaftes und interessante Quartier.
Hier gibt es viele Schlepper, die versuchen die wenigen
Touristen die sich hierher begeben in Seiden Geschäfte zu
locken. Als uns ein solcher anspricht und uns einlädt die
Stoffwerkstätten in diesem Quartier anzuschauen in denen 350
Menschen arbeiten sollen, gehen wir mit ihm auf die Runde. Wie
erwartet arbeiten hier auch Kinder und als wir einen unter
10 jährigen Knaben sehen, der dort arbeitet brechen wir den
Rundgang ab. Ich beschwere mich beim Schlepper darüber und wir
gehen mit ihm zusammen in den Verkaufsraum. Dort beklage ich die
Kinderarbeit sehr klar und deutlich, und ich erkläre ihnen, dass
wir Europäer keine Waren kaufen die von Kinderarbeit stamme.
Wir laufen dann durch die engen Gassen Richtung Dashaswamedh Ghat
zurück. Überall werden Masken, Spritzpistolen, Farben etc.
angeboten für das kommende Holifest.
Wir biegen dann in Richtung Manikarnika Ghat ( Burning Gath )
dem wichtigsten Krematoriums Varanasis ab. Normalerweise liegen
die Verbrennungsstätten im Verborgenen irgendwo am Stadtrand,
doch die Ganze Stadt gilt als grosses Krematorium. Wie auch die
meisten anderen Touristen fasziniert uns der Anblick des
öffentlichen Leichenverbrennungen. Es werden bis zu
schätzungsweise 10 Kremationen gleichzeitig durchgeführt.
Die Leichen werden mit Prozessionen durch die Gassen zum Gath
getragen oder per Boot von ihren Angehörigen zum Burnig Gath
gebracht. Die ganze Leichen-Verbrennung geht sehr rasch von sich
und es riecht überhaupt nicht nach Verwesung, doch es liegt ein
beissende Rauch über dem Krematorium.
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Nach drei erlebnisreichen Tagen ist
es für uns Zeit Varanasi mit der Eisenbahn Richtung
Kalkutta zu verlassen.
Wir geniessen zuvor die letzten Stunden am Dashaswamedh Ghat
bevor wir mit der Motorritschka zum Cantonment Bahnhof
fahren. Die Tourist Polizei macht uns darauf aufmerksam,
dass unser Zug für unbestimmte Zeit Verspätung habe, wir
sollen uns vor das Office setzen und auf weitere
Informationen warten. Der Zug verkehrt zwischen Kalkutta
und Allahabad und wieder zurück. Zu diesem Zeitpunkt war
dieser Zug in die Gegenrichtung noch nicht in Varanasi
eingetroffen. So kam ich zu Schluss, der Zug werde
sicher 10 Stunden Verspätung haben oder sogar ausfallen.
Es gab noch zwei andere Züge, die heute Abend noch
Richtung Kalkutta losfahren würden. Der Tourist Schalter
kann nur bis 4 Stunden vor der Abfahrt Reservationen
ausstellen, also gab es für mich nur die Lösung mit
Bakschisch zu einer Reservation in einem früheren Zug zu
bekommen. Der TCO Ticket Officer schickte zuerst
jemanden 2 Ticket zu kaufen. Anschliessend annullierte
er unser E-Ticket und stellte uns eine neue Reservation
in einem 3er/AC Abteil aus. Bakschisch = 8 Euro. Unser
neuer Zug hatte jedoch ebenfalls 3 Stunden Verspätung,
so kamen wir 4 Stunden später in Kalkutta an als
ursprünglich geplant. Also noch im Grünen bereich. |
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