Am Morgen kurz nach 8.00 kommen wir ausgeschlafen und ausgeruht mit dem
Ashram Express aus Delhi in Ahmedabad an. Durch ein Fehler beim buchen
haben wir 1. Klass Tickets reservieren lassen. Die Kosten für diese 930
km betrug für uns beide weniger 70 Euro. Da wir die einzigen waren die
die ganze Strecke fuhren, erhielten wir das einzige Abteil mit 2 Betten.
Weil wir noch eine 400 km lange Autofahrt vor hatten war es natürlich
von grossen Vorteil sehr gut geschlafen zu haben und so ausgeruht
anzukommen.
Im Ahmedabad auf dem Bahnsteig wurden wir von einem Vertreter der
Garha Tours & Travels
empfangen. Unserer Fahrer Vikram mit seinem Auto, einem AC
Indigo, erwartet und ebenfalls schon ausserhalb des Bahnhofgebäudes.
Nach kurzem Check unseres Programm, und nachdem wir die Restzahlung
geleistet hatten begann unsere 8-tägige Tour durch die Region Kutch im
Nordwesten des Bundesstaates Gujarat los.(
mehr Infos hier )
Der Lastwagen Verkehr ist Richtung Hafen am Arabischen mehr war
natürlich enorm. Die Strasse ist recht gut und wird in ein paar Jahren
4-spurig sein.
Der weltweit zu beobachtende Wandel der Wirtschaftsstruktur von der
Landwirtschaft zur Industrie und zum Dienstleistungssektor vollzieht
sich auch in Indien, das aber im internationalen Vergleich, zum Beispiel
mit China, immer noch sehr stark agrarisch geprägt ist. 59,4 Prozent der
Bevölkerung sind in der Landwirtschaft erwerbstätig. Die ländliche
Bevölkerung bildet gleichzeitig den ärmsten Teil der Bevölkerung. Vom
Aufschwung der Wirtschaft profitiert bisher vorwiegend die Bevölkerung
der Städte, wo sich eine kaufkräftige Mittelschicht oft
hochqualifizierter Fachkräfte bildete. |
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Kurz nach 15.00 erreichen wir Bhuj, die
Hauptstadt
vom Distrikt
Kutch.
Wir wohnen im
Hotel Prince.
In
Kutch
leben viele Volksgruppen,
welche
vor langer Zeit aus dem jetzigem Iran, Afghanistan und Pakistan
eingewandert waren. Diese Gruppen sind in ganz Indien
berühmt für ihre Handarbeiten, z.B. Stickereien, Batik aber auch
Töpferarbeiten und Lederverarbeitung und vieles mehr. Zudem befindet
sich hier der kleine und große
Rann,
die einzige Salzwüste Asiens. Trotzdem ist
Bhuj
relativ
untouristisch
geblieben. 2001 wurde der Distrikt von einem schwerem Erdbeben
heimgesucht, bei dem 10% (ca. 25 000) der Bevölkerung ums Leben kamen.
Die Folgen sieht man noch an vielen zerstörten Gebäuden in der Stadt und
an den vielen neuen Häusern in den Dörfern.
Die schmalen Strassen und alten Basare innerhalb der Stadtmauern von
Bhuj konnten ihren Mittelalterlichen Charme bewahren und laden zu
erlebnisreichen Entdeckungsspaziergängen ein. Hier kann man die
Eindrücke, Farben und
Gerüche, wie sie nur Indien zu bieten
hat, so richtig geniessen.
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Am Morgen schauen wir uns die üblichen
Sehenswürdigkeiten der Stadt an: Das Fort, den Palace und das
Ania Mahal Museum. Am späten Morgen müssen wir noch zum DSP
Office um ein Permit ( Bewilligung ) für den Besuch der Dörfer
nahe der Grenze zu Pakistan einholen. Dieses dauert ungefähr
eine Stunde und die Unterschrift bekommt wir dann im obern Stock
beim Polizeipräsidenten persönlich.
Heute Nachmittag besuchen wir das Dorf Dhaneti einer
Dorfgemeinschaft der Ahir, eine hinduistische Hirten- und
Bauernkaste. Besonders die Frauen aus Kutch und Saurashtra
(Gujarat) sind als überaus geschickte Stickerinnen bekannt.
Der nordwestliche Bundesstaat Gujarat steht touristisch sowieso
etwas im Schatten seines Nachbarn Rajasthan. Dabei verfügt
Gujarat über ein wohl gehütetes Schatzhaus an
Sehenswürdigkeiten, das selbst viele Inder in Erstaunen
versetzt. Die Region Kutch ist bekannt für die
farbenprächtigsten Stickereien Indiens mit
Spiegel-Einlegearbeiten, Perlen und Silberschmuck – eine schier
unglaubliche Farbenpracht.
Später lassen wir und im Dorf Dhamadka, bei den Khatri die
Herstellung und Verwendung von Naturfarbe erklären sowie in die
Kunst des Block-Drucks einweisen. "block-print"
bezeichnet die Technik des Bedruckens von Baumwollstoffen per
Hand mittels handgeschnitzter Druckstempel. |
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Für den Besuch des Dorf Sumereasar, 20
km nördlich von Bhuj nahmen wir sehr viel Zeit. Wir fühlten uns
sofort sehr Willkommen. Auf dem sehr grossen Dorfplatz
beschäftigten sich Männer mit Handarbeiten oder wärmten
sich an kleinen Feuern auf. Die Frauen waren mit dem täglichen
Wasser holen am Dorfbrunnen beschäftigt. Für uns, die täglich
ihre Dusche nehmen können, ist es schwer vorstellbar, das Wasser
oft über Leben oder Leben entscheidet. Nach dem wir beim
kaufen unseres Masala Chais
um ein paar Rupie betrogen wurde, freute sich der
Teeverkäufer kindlich. Ich war so überraschst, weil ich bis
jetzt bei Teekaufen noch nie betrogen wurde. Inder sind im
Allgemeinen sehr ehrliche Leute doch Ausnahmen bestätigen die
Regel. Als wir dann den Dorfplatz verliessen hatte sich unsere
Anwesenheit natürlich schon rumgesprochen. Zuerst brachten die
Frauen ihre Kinder zum fotografieren, bis sie sich dann auch
selber trauten. Digitalkameras sei Dank! |
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Es gibt nur eine Familie die diese Kunst des
" Rogan Painting " beherrscht. Sie leben in Nirona, einem Dorf
20 km von Bhuj in Gujarat, Erdfarbe und Rizinusöl werden
zusammen gekocht und drei Tage lang werden Steine darin
getaucht. Mit einem Metallstift wird dann dir Farbe auf den
Stoff aufgetragen. |
Die Männer des Dorfs Hodka
verbringen ihre meiste Zeit draussen und sind mit der Vieh
Aufzucht beschäftigt. Sie leben in Lehmhütten, Bhunga. Diese
Bhungas sind kreisförmig. Die dicken Mauern halten die
Innenräume im Sommer kühl und im Winter warm. Die Hütten sind im
Inneren sehr schön bemalt Und werden mit kleinen Spiegeln
verziert. ( Lehmspiegel Kunsthandwerk ) Kreative und kunstvolle
Handarbeit ist ein wichtiger Teil der Frauen im Dorf Hodka. Sie
sind berühmt für Ihre Handarbeiten aus Leder mit traditionellen
Motiven. Die Stickereien der Frauen des Dorfes sind besonders
berühmt. Es ist Familientradition, dass die Mütter den jungen
Mädchen diese Kunst weitergeben.
Es können Hinweise sein auf die Stammeszugehörigkeit oder
Zeichen von Reichtum und sozialem Status, aber Schmuck und
Körperbemalung vermögen auch gegen den bösen Blick zu schützen
oder Unheil fernzuhalten sowie die Verbindung zu den Ahnen und
Göttern herzustellen.
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Willkommen im
Shaam-e-Sarhad
(Sonnenuntergang an der Grenze ) Village
Resort, im Besitz und Geleitet von
einem Komitee bestehend aus
Einheimischen des Hodka Dorfes.
Das Einheimische Tourismus-Projekt im
Hodka Dorf soll die örtliche Kultur
fördern und mit dem Tourismus für eine
nachhaltige Existenzgrundlage und die
integrierte Entwicklung des Kunst –
Handwerks sorgen. Das Ziel ist es, die
Lebensqualität der Menschen durch die
Schaffung von sanftem Tourismus zu
verbessern und dabei die Erhaltung der
Gemeinschaft und die Förderung der
Kultur zusammen mit den Besuchern zu
fördern. Das Ressort hat drei Bungas mit
angebautem WC/Dusche und 7 Zelte mit
ebenfalls
angebautem WC/Dusche. Das Essen schmeck
sehr gut und es ist vegetarisch aus
lokalen Produkten zu bereitet. Am Abend
werden jeweils lokale Musikdarbietung
aufgeführt. Der prächtiger Sternenhimmel
runde das ganz ab. |
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Der Rann of Kutch ist ein
zeitweise überfluteter Salzsumpf am südlichen
Abschnitt der Grenze zwischen Indien und
Pakistan. Er umfasst rund 28.000 km²,
einschließlich des südwestlich gelegenen Kleinen
Rann von Kutch, und liegt größtenteils auf dem
Gebiet des Distriktes Kutch im westindischen
Bundesstaat Gujarat, südlich der Wüste Thar. Nur
ein kleiner Teil gehört zur pakistanischen
Provinz Sindh. Das Wort „Rann“ ist aus dem Hindi
entlehnt und bedeutet Salzsumpf. Ursprünglich
war der Rann von Kutch eine Bucht des flachen
Arabischen Meeres. Durch Hebung des Meeresbodens
wurde diese vom Meer abgeschnitten und es
entstand ein riesiger Salzsee. Im Laufe der Zeit
verlandete der See zu einem Salzsumpf. Dieser
wird regelmäßig während der kurzen Regenzeit von
Juli bis September um bis zu 50 Zentimeter
überflutet. Dies ist der einzige Ort in Indien
wo sich Flamingos erfolgreich fortpflanzen. Hier
überwintern auch viele tausend sibirische
Kraniche.
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Im nördlichen Kutch hört die Moderne auf. Den
höchsten Anteil an der Bevölkerung stellen die Muslime im an
Pakistan grenzenden Kutch. In der Region hat man Angst vor
Unruhestiftern aus Pakistan. Noch zu schmerzhaft ist die
Erinnerung an die schrecklichen Ausschreitungen zwischen
Muslimen und Hindus, die 2002 Gujarat erschütterten. |
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Das Dorf Bhirandhiaro in welchem Menschen aus
dem Volksstamm der Meghqar leben ist bekann für sein wunderschön
bemahlten Bungas ( Rund-Lehmhäuser ) Im Nachbardorf der
Raisipotra Muslimen fühlten wir uns zum ersten mal nicht
Willkommen. |
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Das Dorf Ludia wird bewohnt von der
Volksgruppe der Meghwar. Ein ebenfalls sehr schönes Dorf. Wir
werden natürlich von einem etwas aufdringlichen Mann begrüsst,
wir sollen doch zu Ihm nach Hause kommen. Doch ich sage ihm wir
wollten zuerst das Dorf anschauen. So kamen wir auch in etwas
abgelegen Teile des Dorfes, wo wir dann ein schön gesticktes
Tuch kauften. Es sollen ja möglichst alle von den Touristen
profitieren können. |
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Auf dem Weg zum Kala Dungar ( schwarzer
Berg ) halten wir in Khavda für einen
Masala Chai. Dort
steht der staatliche Gesundheitsbus der zwischen Bhuj und Khavda
die Menschen medizinisch versorgt. Ein tolle Einrichtung die es
so in Indien noch lange nicht überall gibt. Die Bevölkerung wird
dabei auch noch aufgeklärt, wie zum Beispiel über Aids, Polio,
Schweinegrippe etc.
An der Grenze zu Pakistan geniessen wir die Ruhe, den Ausblick
und den Sonnenuntergang am letzten Punkt vor dem Niemandsland. |
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Weiter geht es nach Dasada, etwa 5
Autostunden entfernt zum Little Rann of Kutch. Es ist
eine Salzpfannenwüste und die Heimat des indischen
Wildesels. Das auch als Onager bezeichnete Tier ist
eigentlich ein Halbesel und kommt nur hier vor. Neben
den Wildeseln leben im Schutzgebiet auch Flamingos,
verschiedene Reptilien, Antilopen und Leoparden. Auch
der extrem seltene indische Wolf ist hier gelegentlich
anzutreffen. Bei der Fahrt durch das Schutzgebiet kommen
man auch zu Siedlungen verschiedener hier lebender
Volksstämme. Die Wüstenregion des Kutch wirkt auf den
ersten Blick unfruchtbar und öde, beherbergt aber in
Wirklichkeit viele Volksgemeinschaften, die sich
untereinander durch jeweils verschiedene ästhetische
Ausdrucksformen unterscheiden. Rabari, Mutwa, Jat,
Mehgwal und Sodha (stammen vorwiegend von asiatischen
Nomadenvölkern ab) sind die Namen der wichtigsten Stämme
mit einer Jahrhunderte alten Nomadentradition, die es
überhaupt möglich macht, diese unwirtliche Gegend zu
bewohnen. Die Stickkunst gehört zu diesen Traditionen.
Sie ist zum Mittel geworden um Meinungen auszudrücken
und um die eigene Rolle innerhalb des Stammes
festzulegen. Die Handarbeiten aus Kutch gelten als die
farbenfrohsten in ganz Indien, zumal wenn sie zusätzlich
mit Spiegeln verziert sind. |
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Wir wohnten 2 Nächte im
Rann Riders
Ressort ( ende Februar ) . Dort machten wir am Morgen
eine Jeepsafari in durch und am Rande der Wüste und am
späteren Nachmittag besuchen wir verschieden Dörfer rund
um Dasada.
Diese Bharwads sind Halbnomaden aus
Rajasthan, die sich
hier in Dasada seit 12 Jahren aufhalten. Die Männer sind
Hirten und die Frauen versuchen sich mit Stickereien
etwas dazu zuverdienen. Ihre Unterkunft besteht nur aus
Ästen und Plastik. Das Vieh schläft unterhalb der Liege
Pritschen so dass sie während der kalten Jahreszeit
nicht zu sehr frieren müssen. |
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| Heute verlassen wir Kutch
und fahren zurück nach Ahmedabad. Indien ist
voller Überraschungen und du siehst immer wieder
was Neues. Kaum sind wir in Dasada losgefahren
kommen uns Jain Pilger entgegen. Diesen besuchen
irgendeinen für sie wichtigen Tempel. Sie sind
bereits 200 km unterwegs und es wartet auf Sie
weitere 50 km. Zu Fuss, im Ochsenkarren, im
Rollstuhl, per Elefant oder im Kamelsammelwagen.
Später treffen wir noch auf eine grosse Gruppe
Nomaden aus
Rajasthan, die neben der Strasse ihr
Quartier aufgeschlagen hatten. Die Gadia Lohar
sind eine Volksgruppe, deren wesentliches
Merkmal es ist, ständig in Bewegung zu sein, und
die ihre Zelte aufschlagen, wo immer ihre Laune
sie hintreibt. Geboren und aufgewachsen in
offenen Lagern, trotzen sie der brennenden
Sonne, den rauen Winden und Überschwemmungen in
der Regenzeit. Ihre Liebe zur Natur und ihre
Ungebundenheit sucht ihresgleichen. Dieses
lebhaften, farbenfreudigen und ein wenig
mysteriösen Menschen haben ihre ureigene
Identität, die sie unerschütterlich an ihren
Gebräuchen und Traditionen festhalten lässt. |
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Unser
Hotel Host Inn
liegt sehr Zentral. Den Rest des Tages
gehen wir auf Entdeckungstour durch die Basare
und pols ( Wohnbezirke ) der geschäftigen
Altstadt was ein besonderes Erlebnis ist. Die
Stadt fasziniert auch durch die Vielfalt ihrer
architektonischer Gebäude mit der Mischung von
Mittelalter und Moderne. Ahmedabad ist aber auch
eine Brutstätte religiöser Spannungen, so das
Ansehen der Stadt in den letzten Jahren gelitten
hat. Als im Jahr 2002 ein moslemischer Mob
mehrere Eisenbahnwagen in Brand setzten kamen
dabei 59 Hindu-Pilger ums Leben. Das Ereignis
löste in ganz Gujarat gewaltige Unruhen aus.
Moslemische Viertel wurden in Brand gesetzt. Es
gab dabei Schätzungsweise bis zu 2000 Tote, die
meisten davon Moslems. |
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