G u i d o s  R e i s e b e r i c h t e


 

I n d i e n  2 0 0 9
C h h a t t i s g a r h , O r i s s a,  K a l k u t t a
R e i s e b e r i c h t
Teil 4

Guidos Reiseberichte
 

 

Indien
Einleitung

 Südindien 2003  Indien 2005
Sikkim + Darjeelin
Indien 2007
Von Kerala nach Kalkutta
 Zentralindien 2004

Mensch und Umwelt

Indien 2008
Rajasthan

Indien 2009
Chhattisgarh + Orissa

Indien 2010
Gu
jarat, Varanasi 
Kalkutta mit Umgebung

Südindien 2011

Einleitung

  Reisebericht Naxaliten
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Etwa 2 Stunden westlich von Jeypore liegt das Siedlungsgebiet der Dhuruba. In der Nähe des Shiva Lingam Shrines nehmen wir uns viel Zeit um uns das lebhafte Treiben in einem Dorf der Dhuruba Tribes zu betrachten. Weit Abseits jeglicher Hektik geniessen wir diesen heutigen Tag ganz besonders. Wir bewundern die Frauen, deren Wirbelsäulen nach Jahren des Balancierens von Wasserkrügen auf dem Kopf geschmeidig geworden sind und ihren Bewegungen eine graziöse Anmut verleihen.
So sehr sich die Adivasi in Sprache, Kultur und Lebensweise unterscheiden, sie weisen doch viele Gemeinsamkeiten auf: Sie kennen keine Kasten und glauben nicht an Wiedergeburt, Frauen sind weitgehend gleichberechtigt und können den Ehepartner frei wählen, ein im indischen Alltag sonst undenkbares Privileg.
Die Adivasi wissen: Wenn ich leben soll, muss auch die Natur leben. Deshalb hat sich über Jahrhunderte eine Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit von Natur und Mensch entwickelt, die sich auch in der Religion zeigt.
Die Adivasi sind in allen Lebensbereichen benachteiligt und marginalisiert. Obwohl die Zahl der Adivasi, welche lesen und schreiben können, steigt, sind immer noch ca. 70% Analphabeten; 82% der Frauen und etwa 59% der Männer (1991). Und das, obwohl die Adivasi laut Untersuchungen entgegen einem verbreiteten Vorurteil Bildung einen sehr hohen Stellenwert beimessen. Zum einen ist in den Adivasi-Gebieten die Bildungsinfrastruktur besonders schlecht: In den z.T. abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten gibt es oft keine Schulen oder nur Grundschulen, in denen der Unterricht nur unregelmäßig stattfindet. Während des Monsuns sind auf Grund von schlechten Wegen die Schulen nicht selten unerreichbar. Zum anderen liegt es an der Armut der Familien, dass nur 8% (1997/98) der Adivasi-Kinder in die Grundschule eingeschult werden - gegenüber 92% (1998/99) im indischen Durchschnitt - und viele von ihnen die Schule später abbrechen. Zwar ist der Besuch der staatlichen Schulen kostenlos, doch Schuluniformen und Schulmaterialien müssen bezahlt werden und beim Feuerholz Sammeln, bei der Feld- und Hausarbeit können die Kinder kaum entbehrt werden.
Hier in diesem Dorf gibt es ein wirklich tollen Lehrer der eine ganz spezielle Schule führt, an der die Schüler auch ein Mittagessen bekommen. Er zeigt den wenigen Touristen die diesem abseits gelegen Dorf jeweils seine sehr gepflegte Schule. Er bezieht die ältern Schüler und Schülerinnen mit in seine arbeit ein, so dass die älteren die jüngeren Kinder unterrichten. Auch hat er die nötigsten Medikamente, damit er die Kinder auch bei heilen von Krankheiten unterstützen kann. Dies alles finanziert er mit den Spenden der Touristen. Fünf Mädchen der Schule begleiten uns noch mit dem Auto zum Schrein, so sind wir also dann  vier Erwachse und fünf Kinder.
Lord Shiva regiert bei Gupteswar, in dem berühmte Höhle-Schrein, der auf einem sehr großen Kalksteinhügel liegt, umgeben durch schöne Landschaft. 
 

Hier geniessen wir das mit viel Liebe und auch mit einwenig  Stolz zubereiteten Mittagessen.
Wir hatten übrigens wären der ganzen Tour keine Probleme mit Reisekrankheiten irgend welcher Art.
 

 

Wochenmarkt der Dhuruba Tribes

In den Adivasi-Gebieten arbeiten auch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen. Sie bieten soziale Dienstleistungen an, engagieren sich für Bildung, Infrastrukturentwicklung, Bewusstseinsbildung oder Umweltschutz und unterstützen die zunehmend gruppenübergreifenden Allianzen und Organisationen, Frauenorganisationen und Selbsthilfegruppen, in denen die Adivasi selbst für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen kämpfen. Die Gesundheitsfürsorge für die Adivasi ist ebenfalls völlig unzureichend. Die ländlichen Gesundheitszentren sind häufig zu weit entfernt und schlecht ausgestattet; es mangelt an Personal und Medikamenten. Die für die traditionelle Behandlung notwendigen Pflanzen sind auf Grund der Waldzerstörung immer seltener zu finden. Doch ohnehin heilen Medikamente nur die Krankheitssymptome und nicht die Hauptursachen der "Krankheiten der Armut" - Unter- und Mangelernährung, verschmutztes Trinkwasser, schlechte sanitäre Verhältnisse.

Heute verlassen wir Jeypore in Richtung Rayagada und dem Weg dorthin
besuchen wir zuerst ein Dorf der Bada Paraja Tribal.
Um die Lebenssituation der Adivasi zu verbessern, wurden von der indischen Regierung zum einen Schutzgesetze erlassen, zum anderen zahlreiche spezifische Programme und Projekte durchgeführt. Doch weder die Gesetze - etwa das Verbot der Übertragung von Adivasi-Land an Nicht-Adivasi, Landreformen, das Verbot der Schuldknechtschaft oder von Alkoholhandel in Adivasi-Gebieten - noch die Programme und Projekte zur Infrastrukturentwicklung, Gesundheitsförderung, Armutsbekämpfung konnten ihre Lage nachhaltig verbessern, denn sie blieben lückenhaft oder wurden kaum umgesetzt. An den für Armut, Verschuldung, Schuldknechtschaft und Landverlust verantwortlichen Strukturen änderte sich nichts. Und die staatlichen Entwicklungsprogramme krankten an der mangelnden Beteiligung der Adivasi, ihrer ungenügenden finanziellen Ausstattung, an Korruption sowie der mangelnden Ausrichtung auf die Kultur der Adivasi, lokale Besonderheiten und die spezifische Situation der Frauen. Von den Programmen profitierten hauptsächlich eine Elite unter den Adivasi sowie Nicht-Adivasi.

Besuch eines weitern Dorf

Ein Gebot der Adivasi lautet, die alten Menschen wie Götter zu behandeln. Kein religiöses Fest, keine größere Aktivität im Bauernjahr wie Säen oder Ernten kann ohne den Segen der Alten stattfinden.

In den Adivasi-Gebieten arbeiten auch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen. Sie bieten soziale Dienstleistungen an, engagieren sich für Bildung, Infrastrukturentwicklung, Bewusstseinsbildung oder Umweltschutz und unterstützen die zunehmend..

 Wir übernachten im Hotel Sai International in Rayagada. Das Hotel liegt auch etwas Abseits.

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 Letzte Aktualisierung am  08.11.2018 15:47:09 

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