G u i d o s  R e i s e b e r i c h t e

I n d i e n  2 0 0 9
C h h a t t i s g a r h , O r i s s a,  K a l k u t t a
R e i s e b e r i c h t
Teil 3

Guidos Reiseberichte
 

Indien
Einleitung

 Südindien 2003  Indien 2005
Sikkim + Darjeelin
Indien 2007
Von Kerala nach Kalkutta
 Zentralindien 2004

Mensch und Umwelt

Indien 2008
Rajasthan

Indien 2009
Chhattisgarh + Orissa

Indien 2010
Gu
jarat, Varanasi 
Kalkutta mit Umgebung

Südindien 2011

Einleitung

  Reisebericht Naxaliten
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Morgens früh um sechs Uhr gibt es bereits Frühstück und eine halbe Stunde später sind wir bereits im Auto Richtung Onkadeli unterwegs ( 65 km ). Dort findet jeden Dienstag ein Wochenmarkt statt bei  dem viele Bonda und Gadaba Tribes anwesend sind. Nach genau 2 Stunden erreichen wir das kleinen Marktflecken. Wir fahren durch das Dorf weiter, wo wir ausserhalb auf die Bonda Frauen warten die aus ihren Dörfern in den Bergen zum Markt unterwegs sind. Wir laufen dann noch ein kleines Stück, und schon kommen uns die ersten Bonda Frauen entgegen. Normalerweise kommen sehr viele Touristen zu diesem Markt, doch nach dem Terroranschlag in Mumbai vor ein paar Monaten, sind momentan viel weniger Touristen unterwegs. An diesem Tag werden es nicht mehr als 10 Touristen sein.

Es gibt genaue Regeln die von den Touristen zu befolgen sind. Es dürfen nur Frauen und Kinder fotografiert werden, auf gar keinen Fall Männer des Bonda Stamms. Diese Männer tragen ihre Pfeifbogen mit zu Markt und verkaufen  dort Alkohol, den sie natürlich aber auch gerne selber trinken. Für das fotografieren einer Bonda Frau hat man unaufgefordert 10 Ruphi ( 0.15 Euro ) zu bezahlen, hat sie ein Kind dabei das doppelte. Fotografiert man eine Gruppe so bekommt jede 10, mit Kind 20 Ruphi. Es ist für mich das erste mal, dass ich Menschen gegen Bezahlung fotografiere. Ob hier der Tourismus mehr Nutzen oder Schaden anrichtet? jedenfalls sind wir sehr froh, uns nicht als eindringliche fühlen zu müssen, den ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen wenn hier eine Invasion von Touristen in diese Idylle eindringt. Wenn es um das bezahle des Fotografierens geht, sind die Bonda Frauen sehr energisch, sonst jedoch sehr freundlich und liebenswert.

Die Bonda Frauen haben ihre Haare kahl rasiert, uns sie tragen ausser einem Lendentuch keine Kleider. Ihr Kopf und ihr Oberkörper ist nur mit Ketten bedeckt. An Morgen tragen sie gegen die Kälte noch ein Schultertuch. Die Männer jedoch sind ganz normal Bekleidet.

Der Volksstamm der Bonda besteht aus nur ungefähr 5000 Personen. Die 'zivilisierten' Inder halten die Bondastamm für primitiv , von dem aber ganz im Gegenteil angenommen werden darf, dass er eine Vorhut der Intelligenz verkörpert. Dieses Volk heißt in Madya Pradesh Muria - in Orissa sind es die Bonda. Ihr ganzes Gesellschaftssystem ist um eine Sexualmoral errichtet, die das genaue Gegenteil der unsrigen ist. Eine Moral, die nicht verbietet, sondern aufbaut. Der Eckstein ihres Erziehungssystems ist ein Gesellschaftsschlafraum, in dem die Kinder  beiderlei Geschlechts vom zartesten Alter an zugelassen werden, um hier die Kunst der Liebe zu erlernen. Die Institution heißt Ghotul. Dort werden die kleinen Mädchen von den großen Jungen und die kleinen Jungen von den großen Mädchen lange vor der Pubertät in die körperliche Liebe eingeführt und zwar keineswegs auf instinktive oder tierähnliche Weise: die erotischen Techniken, die ihnen hier beigebracht werden, haben nach zehn Jahrhunderten der praktischen Ausübung, wie es scheint, einen unvergleichlichen Grad des Raffinements er reicht. Dieses Praktikum, das jedes Kind mehrere Jahre lang zu absolvieren hat, dient gleichzeitig zu seiner künstlerischen Ausbildung, da die Schüler des Ghotul ihre Mußestunden - zwischen zwei Umarmungen - damit verbringen, die Wände ihres Schlafsaals auszuschmücken.  (c) www.Kerala-Discovery.de
Adivasi bedeutet „erste Bewohner“und bezieht sich auf die Ureinwohner Indiens und angrenzender Länder. Deren Vorfahren mussten im Zug der indo-europäischen Einwanderung, die um 1500 v.Chr. begann und bis 500 v.Chr. andauerte, in entlegene Wald- und Berggebiete zurückweichen. Dort konnten sie teilweise bis heute ihre traditionellen Lebensformen bewahren. So sehr sich die Adivasi in Sprache, Kultur und Lebensweise unterscheiden, sie weisen doch viele Gemeinsamkeiten auf: Sie kennen keine Kasten und glauben nicht an Wiedergeburt, Frauen sind weitgehend gleichberechtigt und können den Ehepartner frei wählen, ein im indischen Alltag sonst undenkbares Privileg.
In Indien, wo die Tradition des Schmückens besonders ausgeprägt ist, kommt dem Stammesschmuck darüber hinaus eine besondere Bedeutung als Symbol ethnischer Identität zu. Unzählige Fotomotive bieten sich uns, inmitten des geschäftigen Treibens auf dem Wochenmarkt von Onkadeli, von den Frauen des faszinierendsten Stamms, den Gadaba. Reich geschmückte Frauen der Gadaba in bunte Tücher gehüllt, mit dicken Halsringen aus Silber. Bequemlichkeit wird von den Gadaba-Frauen in Orissa vermutlich völlig anders definiert. Wenn wir diesen Schmuck an Hals und Ohren sehen frage ich mich doch sogleich, wie man mit diesen hinderlichen Reifen der schweren Arbeit nachgehen kann.

Besuch in einem Gadoba Dorf mit anschliessender Tanzaufführung.


Auf dem Rückweg

Als traditionelle Jäger, Sammler und Wanderfeldbauern sind die Adivasi für ihren Lebensunterhalt direkt von den natürlichen Ressourcen Wald, Land, Wasser abhängig. Auf Grund der zunehmenden Zerstörung der Wälder bieten diese aber den Adivasi keine ausreichende Lebensgrundlage mehr. So lebt heute die Mehrheit als Kleinbauern oder Landarbeiter von der Landwirtschaft. Doch sie allein sichert meist nicht den Lebensunterhalt: Die Felder sind klein, der Boden häufig von schlechter Qualität und es mangelt an Bewässerung. Die Erträge reichen allenfalls für einige Monate. Viele Adivasi haben überhaupt kein eigenes Land und als Landarbeitern wird ihnen kaum der Mindestlohn gezahlt. So sind sie nach wie vor auf das Sammeln von Waldprodukten angewiesen. Trotz all ihrer Anstrengungen leben 85% der Adivasi unter der offiziellen Armutsgrenze.
Wir besuchen in Kundli den Wochenmarkt der Paraja und Malli Adivasi

 

Adivasi sind die Leidtragenden des Fortschritts, sozial und ökonomisch. Man raubt ihnen ihr Land, vertreibt sie, stürzt sie in Armut. Im Zuge der Liberalisierung und der Globalisierung werden die Ressourcen der Adivasi-Gebiete nicht nur von indischen Firmen beansprucht. Sie werden auch in alle Welt exportiert. In den Industrieländern gibt es viele Bürgergruppen, die sich über die Waldzerstörung in Indien beschweren, ohne jedoch zu erwähnen, daß ein guter Teil des Raubbaus auf das Konto ausländischer Firmen geht. Mithin profitieren auch viele Ausländer von der Entrechtung der Adivasi."

Besuch von Dörfern der  Paraja und Malli Adivasi

Indiens Verkehr wird beherrscht von den allgegenwärtigen, meist hoffnungslos überladenen mittelschweren Lastwagen. Die meisten Lastwagen, die Ware durch das ganze Land transportieren, sind aber alt, verrostet, verbeult und handbemalt. Jeder Fahrer schmückt sein Gefährt mit Bildern und Mustern, frommen Sprüchen, relgiösen Symbolen und bunt funkelndem Zierrat. Und hinten drauf steht immer "Blow Horn" oder "Horn please" und "Use Dipper at night" - diese Befehle werden auch brav von jedem anderen Verkehrsteilnehmer befolgt. Aufmalte Höchstgeschwindigkeit sind fast immer 40 km/h, die meisten schaffen bergauf nicht mal das. Und wenn eines der alten Vehikel mal mitten auf der Landstrasse liegenbleibt, werden ein paar Steine herumgelegt als Sicherung und dann wird vor Ort repariert.
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 Letzte Aktualisierung am  08.11.2018 15:46:01 

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