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Morgens früh um sechs Uhr gibt es bereits
Frühstück und eine halbe Stunde später sind wir bereits im Auto
Richtung Onkadeli unterwegs ( 65 km ). Dort findet jeden Dienstag
ein Wochenmarkt statt bei dem viele Bonda und Gadaba Tribes
anwesend sind. Nach genau 2 Stunden erreichen wir das kleinen
Marktflecken. Wir fahren durch das Dorf weiter, wo wir ausserhalb
auf die Bonda Frauen warten die aus ihren Dörfern in den Bergen zum
Markt unterwegs sind. Wir laufen dann noch ein kleines Stück, und
schon kommen uns die ersten Bonda Frauen entgegen. Normalerweise
kommen sehr viele Touristen zu diesem Markt, doch nach dem
Terroranschlag in Mumbai vor ein paar Monaten, sind momentan viel
weniger Touristen unterwegs. An diesem Tag werden es nicht mehr als
10 Touristen sein.
| Es gibt genaue Regeln
die von den Touristen zu befolgen sind. Es dürfen nur Frauen
und Kinder fotografiert werden, auf gar keinen Fall Männer
des Bonda Stamms. Diese Männer tragen ihre Pfeifbogen mit zu
Markt und verkaufen dort Alkohol, den sie natürlich
aber auch gerne selber trinken. Für das fotografieren einer
Bonda Frau hat man unaufgefordert 10 Ruphi ( 0.15 Euro ) zu
bezahlen, hat sie ein Kind dabei das doppelte. Fotografiert
man eine Gruppe so bekommt jede 10, mit Kind 20 Ruphi. Es
ist für mich das erste mal, dass ich Menschen gegen
Bezahlung fotografiere. Ob hier der Tourismus mehr Nutzen
oder Schaden anrichtet? jedenfalls sind wir sehr froh, uns
nicht als eindringliche fühlen zu müssen, den ich kann mir
beim besten Willen nicht vorstellen wenn hier eine Invasion
von Touristen in diese Idylle eindringt. Wenn es um das
bezahle des Fotografierens geht, sind die Bonda Frauen sehr
energisch, sonst jedoch sehr freundlich und liebenswert. |
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Die Bonda Frauen haben ihre Haare kahl
rasiert, uns sie tragen ausser einem Lendentuch keine
Kleider. Ihr Kopf und ihr Oberkörper ist nur mit Ketten
bedeckt. An Morgen tragen sie gegen die Kälte noch ein
Schultertuch. Die Männer jedoch sind ganz normal Bekleidet.
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Der Volksstamm der Bonda besteht aus nur ungefähr
5000 Personen. Die 'zivilisierten' Inder halten die
Bondastamm für primitiv , von dem aber ganz im
Gegenteil angenommen werden darf, dass er eine
Vorhut der Intelligenz verkörpert. Dieses Volk heißt
in Madya Pradesh Muria - in Orissa sind es die Bonda.
Ihr ganzes Gesellschaftssystem ist um eine
Sexualmoral errichtet, die das genaue Gegenteil der
unsrigen ist. Eine Moral, die nicht verbietet,
sondern aufbaut. Der Eckstein ihres
Erziehungssystems ist ein Gesellschaftsschlafraum,
in dem die Kinder beiderlei Geschlechts vom
zartesten Alter an zugelassen werden, um hier die
Kunst der Liebe zu erlernen. Die Institution heißt
Ghotul. Dort werden die kleinen Mädchen von den
großen Jungen und die kleinen Jungen von den großen
Mädchen lange vor der Pubertät in die körperliche
Liebe eingeführt und zwar keineswegs auf instinktive
oder tierähnliche Weise: die erotischen Techniken,
die ihnen hier beigebracht werden, haben nach zehn
Jahrhunderten der praktischen Ausübung, wie es
scheint, einen unvergleichlichen Grad des
Raffinements er reicht. Dieses Praktikum, das jedes
Kind mehrere Jahre lang zu absolvieren hat, dient
gleichzeitig zu seiner künstlerischen Ausbildung, da
die Schüler des Ghotul ihre Mußestunden - zwischen
zwei Umarmungen - damit verbringen, die Wände ihres
Schlafsaals auszuschmücken. (c)
www.Kerala-Discovery.de |
Adivasi bedeutet „erste Bewohner“und bezieht sich
auf die Ureinwohner Indiens und angrenzender Länder.
Deren Vorfahren mussten im Zug der indo-europäischen
Einwanderung, die um 1500 v.Chr. begann und bis 500
v.Chr. andauerte, in entlegene Wald- und Berggebiete
zurückweichen. Dort konnten sie teilweise bis heute
ihre traditionellen Lebensformen bewahren. So sehr
sich die Adivasi in Sprache, Kultur und Lebensweise
unterscheiden, sie weisen doch viele Gemeinsamkeiten
auf: Sie kennen keine Kasten und glauben nicht an
Wiedergeburt, Frauen sind weitgehend
gleichberechtigt und können den Ehepartner frei
wählen, ein im indischen Alltag sonst undenkbares
Privileg.
In Indien, wo die Tradition des Schmückens
besonders ausgeprägt ist, kommt dem
Stammesschmuck darüber hinaus eine besondere
Bedeutung als Symbol ethnischer Identität
zu. Unzählige Fotomotive bieten sich uns,
inmitten des geschäftigen Treibens auf dem
Wochenmarkt von Onkadeli, von den Frauen des
faszinierendsten Stamms, den Gadaba. Reich
geschmückte Frauen der Gadaba in bunte
Tücher gehüllt, mit dicken Halsringen aus
Silber. Bequemlichkeit wird von den
Gadaba-Frauen in Orissa vermutlich völlig
anders definiert. Wenn wir diesen Schmuck an
Hals und Ohren sehen frage ich mich doch
sogleich, wie man mit diesen hinderlichen
Reifen der schweren Arbeit nachgehen kann.
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Besuch in einem
Gadoba Dorf mit anschliessender
Tanzaufführung.
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