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Unermessliche Reichtümer angehäuft

Experten: Junta-Generäle verfügen über immense Reichtümer.

Eine neue Hauptstadt namens "Wohnsitz der Könige", luxuriöse Hochzeitsfeiern von Familienmitgliedern und palastähnliche Villen: Burmas regierende Generäle haben beim Geldausgeben keine Bedenken. Doch angesichts der Zehntausenden Todesopfern und der bis zu zwei Millionen Hilfsbedürftigen in ihrem Land nach dem verheerenden Wirbelsturm "Nargis" blieben die Militärmachthaber knauserig. Dabei verfügen die Junta-Generäle nach Angaben von Experten über immense Reichtümer.

"Monopol auf viele Dinge"
"Sie sind sehr reich, steinreich", sagt der in Thailand lebende Burma-Fachmann Aung Naing Oo. Als ranghohe Offiziere könnten sie sich in einer Militärdiktatur problemlos bereichern. Ein Großteil des Vermögens stamme aus dem Ausverkauf der Naturressourcen des südostasiatischen Landes. "Sie haben ein Monopol auf viele Dinge."
Öl, Gas, Edelsteine & Co.
Während der burmesische Durchschnittsbürger immer ärmer wird, füllen die Generäle nach Angaben von Kritikern ihre Taschen mit Erträgen aus Verkäufen der reichen Öl-, Gas-, und Edelsteinvorkommen. Auch Edelholz ist ein begehrtes Exportgut.
Dabei stören sie die Wirtschaftssanktionen nur wenig, die Europa und die USA nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung im vergangenen Jahr verschärft haben. Denn die boomenden asiatischen Staaten Thailand, Indien und China sind weiterhin gute Abnehmer.
Eine burmesische Zeitung berichtete im vergangenen Monat von Erlösen in Höhe von umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro allein aus Gasexporten 2007.
45 Jahre Militärherrschaft
Offiziell zählt Burma nach über 45 Jahren Militärherrschaft und Isolation zu den ärmsten Ländern der Welt mit einem Pro-Kopf-Einkommen, das unter dem von Kambodscha, Laos und Bangladesch liegt. Nur 0,3 Prozent des BIP gibt die Junta laut UNO für das Gesundheitswesen aus, gerade einmal 1,3 Prozent für Bildung. Dabei haben die Generäle rund 2,6 Milliarden Euro an ausländischen Devisen in Reserve, wie der australische Experte Sean Turnell schätzt. Diese Summe erhöhe sich um 97 Millionen Euro pro Monat. "Es scheint, dass nur die oberste Spitze des Regimes Zugang dazu hat", sagt Turnell.
Selbst ranghohe Militärs hätten teilweise keine Ahnung von den Reichtümern. Die gewöhnlichen Bürger würden für die Ausbeutung der Ressourcen zwangsumgesiedelt und zur Zwangsarbeit eingesetzt, sagt der Chef der Südostasien-Sektion der unabhängigen Organisation International Crisis Group, John Virgoe.
32 Millionen für Hochzeitsgeschenke
Ende 2006 tauchte ein Video von der Hochzeit der Tochter von Junta-Chef General Than Shwe im Internet auf. Die Bilder von Thandar Shwe - behängt mit Perlen, Diamanten und anderen Edelsteinen - sowie von ihrem mit Champagner um sich spritzenden Ehemann verstörten die wenigen Burmesen, die sie zu Gesicht bekamen. Die in Thailand erscheinende exilburmesische Zeitschrift "Irrawaddy" schätzte allein den Wert der Hochzeitsgeschenke auf umgerechnet 32 Millionen Euro. "Wenn sie (die Machthaber, Anm.) über ein wenig Selbstlosigkeit verfügten, wäre Burma ein ganz anderes Land", sagt Aung Naing Oo. Doch das Tragische ist nach Ansicht von Experten, dass Burma gar nicht in die eigenen Kassen greifen müsste, um die Opfer von "Nargis" zu versorgen. Die Weltgemeinschaft versprach Hilfe im Wert von rund 60 Millionen Euro - welche das Militärregime größtenteils blockiert.

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Letzte Aktualisierung am  26.06.2008 20:58:06