Guidos Reiseberichte

H i n t e r g r ü n d e


 


Guidos Reiseberichte

Die irakische Regierung und die Weltgesundheits-organisation schätzten die Zahl der im Krieg getöteten Iraker im Januar auf zwischen 104.000 und 223.000. Das Wissenschafts-magazin "The Lancet" hatte allerdings schon im Juli 2006 hochgerechnet, dass es rund 655.000 getötete Zivilisten geben müsse.
Diese Berechnung schloss indirekte Kriegsfolgen wie
mangelnde medizinische Versorgung und Mangelernährung mit ein.

Die Junta in Burma,

eine skrupellose Mörder- und Tyrannenbande
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Zum Gewinner:
Der französische Atomkonzern wurde dieses Jahr verdientermassen sogar mit zwei Preisen bedacht.

unten kannst du du die Köpfe anklicken und mehr über die Praktiken dieser Konzerne erfahren!

Kinderhandel Pädophilie Burma Nordkorea Kinderarbeit
Topverdiener 2006 Klimawandel Ehrungen Hunger Globalisierung
Angeklagt Indien Geld oder Blut Wohnen Schweiz

Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.

Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten.

M
achen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen.

 

Kinderhandel in Europa wirksam verhindern

Bern, 18. Oktober 2007 - UNICEF fordert in ihren neusten Kinderschutzberichten Massnahmen gegen den Kinderhandel. Anlässlich des ersten europäischen Tages gegen den Menschenhandel macht UNICEF darauf aufmerksam, dass weltweit jährlich etwa 1,2 Millionen Kinder Opfer des Handels werden. Die Gefährdung von Kindern, als Handelsware missbraucht zu werden, findet dennoch bisher wenig Beachtung – auch in der Schweiz. Daher empfiehlt UNICEF Schweiz einen nationalen Aktionsplan für Kinderrechte, der den Kinderschutz verbessern und dem Handel mit Minderjährigen wirksam vorbeugen kann.
Kinderhandel ist ein lukratives Geschäft. Der Handel mit Minderjährigen wirft weltweit mutmasslich einen jährlichen Gewinn von 8,4 Milliarden Schweizer Franken ab. Gefährdet, Opfer dieses illegalen Handels zu werden, sind Kinder, die sich in wirtschaftlichen und sozialen Ausnahmesituationen befinden, in denen das schützende familiären Netzwerk wegfällt. Um auf Missstände hinzuweisen, setzte die Europäische Union am 18. Oktober mit der erstmaligen Begehung des «Tags gegen Menschenhandel» ein Zeichen. An diesem Tag hat UNICEF auf einer Medienkonferenz in Bern den Bericht «Kinderhandel in Europa» sowie den ersten umfassenden Bericht zu «Kinderhandel und die Schweiz» vorgestellt.

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Wie Sextouristen die Armut der Kinder ausnutzen

In Südostasien willigen Kinder in Sex ein, um der Armut zu entgehen. Das Rechtssystem schützt sie kaum, die Justiz ist korrupt. Der Fall des mutmaßlichen Kinderschänders Christopher N. rückt das Problem erneut in den Fokus: In diesen Ländern ist Kindesmissbrauch viel zu einfach.

Es ist eine fatale Mischung von Problemen, die Thailand, Kambodscha, Vietnam und andere Länder zum Ziel von Kriminellen aus den reichen Ländern gemacht haben: Hier kommen Korruption in der Justiz, verbreitete Armut und Gleichgültigkeit zusammen. Hier macht alles das Verbrechen einfach“, sagt Rosalind Prober, Präsidentin der kanadischen Kinderrechtsorganisation Beyond Borders, bei einem Besuch in Bangkok. Für manche Männer aus dem Westen sei der Missbrauch von Kindern völlig normal. „Sie denken nicht, dass sie etwas Falsches tun.“
Die Opfer sind vor allem die Armen. Bettler und Straßenkinder suchen nach jedem Strohhalm,
der sie vor dem Elend retten könnte

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  • 19. Oktober 2007, 07:41, NZZ Online

    Gesuchter Kinderschänder in Thailand verhaftet

Der weltweit gesuchte mutmassliche Kinderschänder Christopher N. ist nach Angaben der thailändischen Polizei im Nordosten des asiatischen Landes festgenommen worden. Der 32-jährige Kanadier, der sich seiner Verhaftung jahrelang entziehen konnte, war am Donnerstag vergangener Woche nach Thailand eingereist und dann untergetaucht.  
Bei N. handelt es sich laut Interpol um einen Englischlehrer, der seit Jahren als Sextourist durch die Welt reist und an Schulen in Südkorea, Vietnam und Thailand gearbeitet hat. Die internationale Polizeibehörde hat Anfang Oktober im Internet Fotos des Verdächtigen veröffentlicht. Spezialisten des Bundeskriminalamts (BKA) hatten das Gesicht des Mannes rekonstruiert, das dieser auf hunderten Internet-Aufnahmen unkenntlich gemacht hatte

Christopher Paul N. bei seiner Einreise nach Thailand am vergangenen Donnerstag. Die Haare sind ab, er trägt eine Brille. Dennoch ist die Ähnlichkeit groß zu den Fotos, die er von sich ins Netz stellte. Nun hat die Polizei ihn in Thailand gefasst

Spätes Recht

Moritz Kleine-Brockhoff, Phnom Penh
28.02.2007 00:00 Uhr

Die vier Mädchen tragen blaue Röcke und weiße Kurzarmhemden, es sind ihre Schuluniformen. Die Jüngste ist elf, die Älteste 13. Ohne Zögern gehen sie nach vorne zum Richter, eine nach der anderen.
„Henning zog mich aus und fesselte mich.“
 „Er stach mit einem Stift in meine Vagina, nahm eine Taschenlampe und schaute hinein.
Die Sätze der Kinder sind kurz und klar, ihre Stimmen fest. „Ich war sieben Tage lang bei Henning, jeden Tag zwei Mal Sex, auch mit Tom, der vorbeikam.“ – „Ich weinte und schrie, da stopfte er mir ein T-Shirt in den Mund.“

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28 Jahre Haft für Pädophilien in Kambodscha

Das andere Burma
Burma hat sich in den letzten Jahren für den Tourismus geöffnet, es gibt aber Sperrzonen und Gebiete,
die nur mit offiziellem Führer betreten werden können.
Die Schweizerin Irene Marty reiste insgesamt neun Mal nach Burma, acht Mal davon illegal.
Nur so konnte sie ihren Film «Im Schatten der Pagoden - das andere Burma» realisieren.

Völkermord in Burma?
10 vor 10 vom Mittwoch den 3.10.07

Was passiert wirklich in Burma? Laut Augenzeugenberichten geht die burmesische Junta mit brutalen Mitteln gegen die Demonstranten vor. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen und abtransportiert.
Ein burmesischer Offizier ist nach Thailand geflohen, weil er den Schiessbefehl gegen die Mönche verweigerte.


Situation in Burma
Tagesschau vom Sa. den 29.9.07
Augenzeugen berichten von Massakern an Mönchen!

Die massive Präsenz der burmesischen Armee zeigt Wirkung. Da viele Menschen Angst haben, auf die Strasse zu gehen, kommt es nur noch vereinzelt zu Protesten. Ausschnitte aus der E-Mail eines Augenzeugen. Einschätzungen von Pascal Nufer, Korrespondent Radio DRS, Bangkok.

 

Seit 1962 herrscht in Burma ein autoritäres Militärregime, das die Menschen brutal unterdrückt.
Obwohl das Land sehr reich ist an Bodenschätzen, leben die Burmesen in extremer Armut.
Besonders repressiv geht das Regime gegen ethnische oder religiöse Minderheiten vor.
Tausende von Menschen sind vor den gewalttätigen Übergriffen der Armee im Landesinneren auf der Flucht.
Ganze Dörfer werden verbrannt, Menschen getötet und ihre Reisfelder vermint,
damit die Familien nicht zurückkehren und ihre Felder neuanbauen können.
Caritas hilft burmesischen Vertriebenen und Flüchtlingen

SF Dossier Burma mit 25 Beiträgen
Inhalt in Stichworten:
Aufstand, Mönche, Diktatur, Militärregime, Demonstrationen, Benzinpreis, Buddhismus, Hausarrest, Friedensnobelpreis, Aung San Suu Kyi, Demokratie, China, Myanmar, UNO, Massaker, IKRK


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Jahresbericht 2007

Berichtszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2006

KOREA (NORD)

Systematische Menschenrechtsverletzungen, darunter Verletzungen des Rechts auf Leben und des Rechts auf Nahrung, hielten unvermindert an. Den Bürgern des Landes wurden nach wie vor ihre fundamentalen Menschenrechte wie etwa die auf freie Meinungsäußerung, Bewegungs- und Vereinigungsfreiheit vorenthalten. Der Zugang zum Land blieb für unabhängige Menschenrechtsbeobachter in erheblichem Maß eingeschränkt. Es trafen zahlreiche Berichte über Fälle von »Verschwindenlassen« ein, die Personen betrafen, deren Familienangehörige Nordkorea verlassen hatten oder gegen ihren Willen dorthin zurückgebracht worden waren. Trotz einiger Änderungen im Strafrecht waren erneut politisch motivierte und zum Teil willkürliche Inhaftierungen sowie Folterungen und die fortgesetzte Anwendung der Todesstrafe zu verzeichnen.

Nichts wissen über Nordkorea?

Doch tatsächlich gibt es über Nordkorea eine Menge an furchtbarem Wissen. Reicht das nicht? Will man mehr über nordkoreanisches Trachten-Ringelreien schreiben, anstatt über die Realität? Die aber wird von westlichen Medien größtenteils unter dem Teppich gekehrt. Ihr Interesse dreht sich vornehmlich darum, ob von Korea wieder ein Krieg droht und ob dadurch die allgemeine „Feierabendsruhe“ gefährdet wird, sprich: Ob das bisherige Schubladendenken in Bezug auf Nordkorea verlassen werden muss.

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Welttag der Kinderarbeit

Weltweit schuften über 200 Millionen Kinder. Das schätzt die Internationale Arbeitgeberorganisation der Kinderarbeit. Verbreitet ist die Kinderarbeit in der Landwirtschaft, beim Gewerbe und in asiatischen Steinbrüchen.

Kinder- und Sklavenarbeit in indischen Steinbrüchen

211 Millionen Kinder unter 15 Jahren arbeiten, 186 Millionen dieser Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen. Diese Zahlen nennt die externer Link: Disclaimer beachtenInternationale Arbeitsorganisation in Genf (International Labour Organisation - ILO) in ihrem Bericht "Jedes Kind zählt" im Jahr 2002. Die ILO unterscheidet zwischen verschiedenen Formen der Arbeit: Zwischen leichter und geeigneter Arbeit auf der einen und ausbeuterischer Kinderarbeit auf der anderen Seite. Ausbeuterische Kinderarbeit sind alle Formen von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft und Sklaverei, Missbrauch von Kindern zum Beispiel bei der Prostitution, Pornografie, beim Drogenhandel und alle anderen Arbeiten, die Gesundheit, Sicherheit oder Moral von Kindern gefährden. Ausbeuterische Kinderarbeit ist international verboten. externer Link: Disclaimer beachten160 Staaten haben die neue externer Link: Disclaimer beachtenKonvention der ILO Nr. 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit ratifiziert. 100 Millionen Kinderarbeiter gibt es allein in Indien.
 

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Schlechte Arbeitsbedingungen in der Computer-Produktion

Schweizer Hilfswerke machen auf die prekären Arbeitsbedingungen in der Computer-Branche aufmerksam. Egal von welcher Marke - praktisch alle Computer werden in Asien hergestellt. Die 10vor10-Reportage zeigt, unter welchen misslichen Bedingungen High-Tech-Geräte produziert werden.

 

Granit aus Indien: Kindersklaven schuften für Schweizer Kunden

Für Küchenabdeckungen, Gartenwege und Grabsteine aus Granit schuften in indischen Steinbrüchen Kinder. Ein neues Label will dem ein Riegel schieben. mehr …

Erschreckend: In indischen Steinbrüchen schuften Kinder für den Export.

Erschreckend: In indischen Steinbrüchen schuften Kinder für den Export

Das sind die Topverdiener 2006 Europas
gemäss der vom «Manager Magazin» in Zusammenarbeit mit der Universität Halle Wittenberg erstellten Rangliste.

Novartis-Chef
Vasella
Jahresgehalt 2006
22,255 Millionen Euro

 BP-Konzernchef
Lord Browne of Maddingley
Jahresgehalt 2006
20,468 Millionen Euro

 Credit-Suisse-Konzernchef Oswald Grübel
Jahresgehalt 2006
19,309 Millionen Euro

UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel
Jahresgehalt 2006
16,672 Millionen Euro


Lehrerin in Indien
Jahresgehalt 500 Euro
44'510 x weniger
44'510 Lehrerînnen
arbeiten für den gleichen
Lohn wie Vasella


Teepflückerin in Indien
Jahresgehalt 400 Euro
51'170 x weniger
51'170 Teepflückerinnen arbeiten für den gleichen Lohn wie Browne


"Laufbursche" Alok aus Indien
Jahresgehalt 300 Euro
64'363 x weniger
64'363 Laufburschen arbeiten für den gleichen Lohn wie Grübel


1.7 Milliarden Menschen
leben mit weniger
als 300 Euro im Jahr
60'000 Kinder wären nicht gestorben 2006, hätten sie über diesen Betrag verügt!

 

Die Auszeichnung "PFUI des Monats"

 

der "PFUI"-Pokal

 

Monat März: Marcel Ospel - Geld stinkt nicht..

Den Wanderpokal "Pfui des Monats März" erhält stellvertretend für die Abzocker-Manager UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel.

UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel hat im vergangenen Jahr gemäss Geschäftsbericht ein Gesamtsalär von
24 Mio sFr. erhalten. Dies ist 2,7 Mio Franken mehr als das Vorjahressalär. Ospel übertraf auch das ausgewiesene Salär von Novartis-Präsident Daniel Vasella um 2,7 Millionen Franken.
Der UBS-Präsident bezog 11,6 Mio. Fr. in bar, wobei das Basissalär 2,0 Mio. Fr. und die leistungsabhängige Komponente
9,6 Mio. Fr. betrugen. Weitere 9,6 Mio. Fr. erhielt Ospel ebenfalls als leistungsabhängige Vergütung in UBS-Aktien.
Insgesamt belief sich die Kompensation der 14 obersten Manager der grössten Schweizer Bank laut Geschäftsbericht auf 222,6 Mio. Franken. Dies ergibt ein Durchschnittssalär von rund 15,9 Mio. Franken

"Pfui" die Web-Site für engagierte, kritische Konsumenten und mündige Bürger!

Weltklimaforscher zeichnen dramatisches Szenario.

IPCC-Bericht erfordert entschlossenes Handeln

Opferzahl in Südasien steigt

25 Millionen von Überflutungen betroffen

Warten aus HilfeNeues Fenster

Die Überschwemmungen infolge der verheerenden Monsunregen in Südasien haben bislang rund 1400 Opfer gefordert. Rund 25 Millionen Menschen sind von den Überflutungen betroffen. Auf Dächern und Bäumen warten Flutopfer in Indien und Bangladesch verzweifelt auf Hilfe.

Klimawandel ändert Monsunverlauf

Der Monsun dauert in Südasien von Juni bis September. Nach Angaben von Meteorologen führten Abweichungen von den gewohnten Abläufen in diesem Jahr in bestimmten Regionen zu heftigerem Regen als üblich, während in Mittelindien n

 

Monsunfluten Indonesien

Jakarta steht nach tagelangen Regenfällen bis zu vier Meter unter Wasser. Mindestens 20 Menschen sind ums Leben gekommen, mehr als 300'000 wurden obdachlos.

 

Credit Suisse bringt Regenwaldzerstörer an die Börse  (23.02.07)

Die Credit Suisse organisierte Ende Februar gemeinsam mit zwei weiteren Banken den Börsengang des grössten malaysischen Holzkonzerns Samling. Im malaysischen Bundesstaat Sarawak ist der Konzern für die Abholzung eines grossen Teils der vom indigenen Volk der Penan bewohnten Urwälder verantwortlich.

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Der in Zimbabwe tätige
Schweizer Aids-Spezialist
Ruedi Lüthy

wird vom Reader's Digest Verlag mit der Auszeichung "Europäer des Jahres 2007" geehrt.Lüthy ist der erste Schweizer, der diesen Preis erhält. Er wird ihm am Donnerstag an der Universität Zürich von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey offiziell überreicht.

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Video Ehrung

 

 

Der Friedensnobelpreis für soziales Unternehmertum

Muhammad Yunus und die Grameen Bank

Der Friedensnobelpreis 2006 geht überraschend an die Initiative des Ökonomen  Muhammad Yunus aus Bangladesh. Die von ihm gegründete Grameen Bank vergibt Kleinstkredite an Landbewohner, die zuvor keinen Zugang zu Kapital hatten. Er wurde damit zum Paradebeispiel dafür, dass sich Unternehmertum und soziales Engagement nicht ausschliessen müssen. 
 

 überzeugt, die Armut besiegen zu können:
Muhammad Yunus (Bild key)

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20. Dezember 2007, 16:09 Uhr

Bedrohung für Millionen von Menschen – vor allem in den ärmsten Ländern

UN warnt vor explodierenden Preisen

Die Preise für Nahrungsmittel erreichen auch global immer neue Rekordmarken und bedrohen die Existenz von immer mehr Menschen: Chinas enorme Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und die Verwendung von Lebensmittel für die Herstellung von Treibstoffen
geben der Problematik zusätzlich Zündstoff.

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Fremde Länder im Visier: Hungerkatastrophen und AIDS-Epidemien können nach dem Entwurf des Weißbuchs der Bundeswehr schon die Sicherheit Deutschlands gefährden und militärische Einsätze erfordern

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Immer mehr Menschen hungern

+ 28.05.2006 + Die Zahl der Hungertoten steigt weltweit dramatisch an. Rund 100.000 Menschen verhungerten pro Tag, alle fünf Sekunden sterbe ein Kind unter 10 Jahren an Unterernährung und deren unmittelbaren Folgen.

Das erklärte der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, soeben in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema "Umsetzung der freiwilligen Leitlinien zum Recht auf Nahrung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)".

Rund 100.000 Menschen verhungerten pro Tag, alle fünf Sekunden sterbe ein Kind unter 10 Jahren an Unterernährung und deren unmittelbaren Folgen. Insgesamt seien weltweit 850 Millionen Menschen chronisch unterernährt, so der UN-Beauftragte, allein in Schwarzafrika sei die Zahl seit 1995 von 99 auf 210 Millionen angestiegen.

Den Industrienationen machte Ziegler daher schwere Vorwürfe: Er sprach angesichts der hohen Opferzahlen von "Mord" und betonte, dass die Weltwirtschaft ohne Probleme in der Lage sei, 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Dass dies nicht geschehe, führte er auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Industrienationen zurück. So weigerten sich internationale Akteure wie die Welthandelsorganisation (WTO) oder der Weltwirtschaftsfonds, das Menschenrecht auf Nahrung anzuerkennen, weshalb es auf internationaler Ebene auch kaum einklagbar sei. Zudem, betonte Ziegler, bekämen die Vereinten Nationen wegen des Antiterrorkampfes zuwenig Geld von den Mitgliedstaaten, um ihre humanitäre Hilfe in vollem Umfang zu gewährleisten.

Der Leiter der Abteilung Recht auf Nahrung der Welternährungsorganisation FAO, Julian Thomas, verwies indes auf erste Erfolge bei der Umsetzung der Leitlinien, die die FAO im November 2004 beschlossen hat. Die Leitlinien seien "einzigartig" und hätten das Thema auf die internationale Entwicklungsagenda gebracht. Erste Länder, wie Brasilien und Südafrika, hätten auf Basis der Richtlinien bereits Programme gestartet. Auch der Generalsekretär von FIAN International, Michael Windfuhr, bezeichnete die Ansätze als "hochinteressant".

Doch trotz dieser Fortschritte nannte der Vorsitzende des Entwicklungsausschusses, Thilo Hoppe (SPD), die viele Hungertoten weltweit "einen der größten Skandale". Von dem auf dem Welternährungsgipfel in Rom vor 10 Jahren beschlossenen Millenniumsziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, sei man "weit entfernt". "Im Gegenteil: Die Zahlen steigen sogar noch", sagte Hoppe.

Die CDU/CSU-Fraktion forderte daher, die Einklagbarkeit des Rechts auf Nahrung auf nationaler Ebene zu ermöglichen und bilaterale Abkommen stärker auf seine menschenrechtlichen Aspekte zu überprüfen. Die Linke betonte, dass es nötig sei, den Druck auf die WTO und bilaterale Freihandelsabkommen zu erhöhen. Die FDP indes verteidigte im Hinblick auf die schweren Vorwürfe Zieglers die Welthandelsordnung: "Ohne sie würden wir nicht auskommen", hieß es aus der Fraktion, "zu den Märkten gibt es keine Alternative." Die Partei forderte die Bundesregierung aber auf, den Agrarsektor in der Entwicklungszusammenarbeit künftig stärker zu gewichten.
 

 

Fragiler Erfolg für die Menschenrechte
swissinfo - Bern,Switzerland
... dass alle Mandate von Sonderberichterstattern um ein Jahr verlängert worden seien, auch jenes des umstrittenen Jean Ziegler, Schweizer Sonderberichterstatter ...

"Der Kapitalismus ist Schuld am Hunger"

Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Das ist kein Schicksal, sondern Produkt des globalen, vom Westen beherrschten Wirtschaftssystems, meint der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler

taz: Herr Ziegler, Sie sind nach Jahrzehnten als Universitätsprofessor und Parlamentsabgeordneter nun UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Ist das auch eine Rückkehr zu Ihren Wurzeln?

Jean Ziegler: Mein Schlüsselerlebnis war im Kongo, da war ich ein ganz junger Mann. Ich arbeitete damals, Mitte der Sechzigerjahre, für die UNO. Das war ja das erste Mal, dass die Weltorganisation ein Land übernommen hat. Wir saßen in unserem Luxushotel in Kinshasa, das war bewacht von den Gurkhas, den nepalesischen Blauhelmen. Täglich kamen Kolonnen halb verhungerter Kinder aus der Stadt. Die Köche warfen ihnen Speisereste über den Stacheldraht. Die Kinder kletterten in den Draht, rissen sich die Finger auf. Die Gurkhas schlugen ihnen auf den Kopf, damit sie nicht rüber kommen. Damals habe ich mir geschworen, nie wieder auf der Seite der Henker zu stehen - auch nicht zufällig.

Seit einigen Jahren kämpfen Sie nun gegen den Hunger in der Welt.

Ich stehe jetzt dem gegenüber, was eigentlich die Essenz unserer Wirtschaftsweise ist. 100.000 Menschen sterben täglich an Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. 856 Millionen Menschen sind schwer unterernährt - einer von sechs Menschen auf diesem Planeten. Und das auf einem Erdball, der vor Reichtum überquillt. Schon heute könnten ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernährt werden, also das doppelte der Weltbevölkerung. Das heißt: Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.

Aber kann man das dem globalen Kapitalismus anlasten? Gehungert wird doch dort, wo er kaum Wurzeln geschlagen hat.

Der Hunger hat schon mit einer mörderischen Monopolisierung der Reichtümer zu tun. Die 500 größten multinationalen Konzerne kontrollieren 52 Prozent des Weltsozialprodukts. Sie haben heute eine Macht, die kein Papst, kein König je hatte.

Ist der Hunger ein Nebenprodukt oder ist er Folge einer inneren Logik des Systems?

Die Kausalkette ist kompliziert. Es gibt den konjunkturellen Hunger - der klassische Mangel, die Katastrophen, Klima, Heuschreckenplagen, Kriege, all das, was schwache Ökonomien kollabieren lässt. Zehn Prozent der Hungernden auf der Welt sind Opfer solcher Krisen. Viel bedeutender ist der strukturelle Hunger. Die Ursachen dafür: Kein Zugang zum Land, fürchterliche Pachtverträge, Kleinstbetriebe, die der Konkurrenz nicht bestehen und die die Menschen nicht ernähren können. Permanent fehlendes Einkommen, informelle Ökonomie. Und diese Struktur wird bestimmt von der Weltordnung und der multinationalen Ökonomie. 90 Prozent der Hungertoten gehen auf das Konto des strukturellen Hungers.

Könnte man nicht sagen: Wo der Kapitalismus Wurzeln schlägt, rottet er auch den eklatanten Mangel aus?

Die neoliberale Irrlehre glaubt, wenn nur Bedingungen wie Liberalisierung, freier Kapitalverkehr, ein schlanker Staat verwirklicht würden, gäbe es einen wahren Goldregen - das ist so Irrational wie das Paradies im Christentum. Die Fakten sehen anders aus: Goldberge türmen sich auf und daneben Leichenberge. Infolge des Prinzips der Profitmaximierung bekämpfen sich die Multis untereinander, und sie führen Krieg gegen die Menschen. So erwirtschaftet das boomende Indien heute Reichtümer in der Hochtechnologie, gleichzeitig sind 400 Millionen Menschen unterernährt. Die Hälfte der unterernährten Menschen der Welt lebt in Indien.

Ginge es diesen Ländern besser, wenn sie nicht Teil des globalen Weltkapitalismus wären?

In Brasilien sind 44 Millionen Menschen schwer unterernährt. Lula, der Präsident, will den Hunger bekämpfen, hat aber eine exorbitante Auslandsschuld geerbt. Hinzu kommt: Die Multis transferieren Devisen zu ihren Muttergesellschaften. Für Lizenzen, für Saatgut werden unerhörte Summen bezahlt. Das fruchtbare Land ist monopolisiert. All das bedeutet: Es gibt keinen Spielraum für Reformen. Am Ende steht der Hunger.

Wie könnte man das ändern? Was etwa kann die EU tun?

Die EU müsste ihre Export- und Produktionssubventionen in der Landwirtschaft abschaffen. Alle Industrieländer zusammen haben 2004 für Produktions- und Exportsubventionen landwirtschaftlicher Güter 349 Milliarden US-Dollar ausgegeben - fast 1 Milliarde Dollar am Tag! Die Zerstörung der lokalen Märkte in Entwicklungsländern durch Billigexporte aus der EU ist ein schon lange bekannter Skandal. Die senegalesischen Bauern rackern sich 16 Stunden unter brennender Sonne ab. Aber auf dem Markt in Dakar haben sie keine Chance, weil europäisches Gemüse zu einem Drittel des einheimischen Preises kauft wird. Was wir brauchen, sind gerechte Regeln. INTERVIEW: ROBERT MISIK

taz vom 3.6.2006, S. 12, 159 Z. (Interview), ROBERT MISIK

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 Fussball WM 2006: Lehrstück der Globalisierung

Die grossen Markenfirmen nutzen die Fussball WM als Motor für ihre Marketingzwecke und entscheiden dabei über die globale Verteilung von Reichtum und Armut. Auf der einen Seite stehen die Sportstars, die mit Sponsoring Millionen verdienen, und auf der anderen Seite die Näherinnen, die mit Hungerlöhnen leben müssen.

Das darf nicht sein!
Hintergrundbericht zur WM06 der Clean Clothes Campaign:

http://www.evb.ch/p25011209.html
 

Disney wünscht schöne Weihnachten
Neue Hintergrundberichte dokumentieren die haarsträubende Lage der Beschäftigten bei chinesischen Disney-Lieferanten. Dort wird oft an sieben Tagen die Woche bis zu 14 Stunden am Tag produziert. Der Disney-Konzern nimmt die Verstösse seiner Lieferanten gegen chinesisches Arbeitsrecht und gegen den hauseigenen Kodex nicht besonders ernst
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ak - analyse & kritik - Zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 507 / 16.6.2006

Privatisierung ist politisch

Die Positionen könnten nicht konträrer sein: "Wasser ist ein Lebensmittel, und so wie jedes andere Lebensmittel auch sollte das einen Marktwert haben." Die Position des Nestlé-Konzernchefs Peter Brabeck ist eindeutig. Ganz anders argumentiert der UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte, Jean Ziegler: "Vor allem müsste die Nahrungsmittelbörse von Chicago geschlossen werden ... Lebensmittel dürfen nicht privaten Spekulationen unterworfen werden. Vielmehr müssen ihre Preise international vertraglich festgesetzt werden." Was dem einen sein Markt, ist dem anderen sein Staat.

Seit über zwei Jahrzehnten ist die Privatisierung öffentlicher Güter ein zentraler Bestandteil neoliberaler Politik. Öffentliche Güter und sozialstaatliche Standards gerieten als Teil des "sozialen Lohns" ebenso unter Druck wie die Löhne selbst. Eine adäquate Antwort auf diesen Angriff auf die Lebens- und Arbeitsverhältnisse steht bisher aus. Soziale Auseinandersetzungen sind bis heute wesentlich Abwehrkämpfe und voneinander isoliert. Selbst die Kämpfe der ArbeiterInnen in der "weißen Fabrik", den Krankenhäusern, sind kaum mit dem Widerstand gegen die Privatisierung des Gesundheitswesens verknüpft. Von Privatisierungspolitik Betroffene wehren sich entweder gar nicht, oder ihre Aktionen bleiben Teilkämpfe. Dabei stehen die Zeichen für eine Verbreiterung und Verknüpfung des Widerstands nicht schlecht.

Mit dem Slogan "Die Welt ist keine Ware" rückte mit der globalisierungskritischen Bewegung die Form der Produktion wieder verstärkt ins Zentrum des Interesses. Der Privatisierung der Welt müsse die Stirn geboten werden. Dabei übernahm die "Bewegung der Bewegungen" zumindest in Deutschland die Rolle der traditionellen Sozialdemokratie. Leider wurde das Erbe des Staatszentrismus, das Verständnis des Staates als Deus ex Machina, ebenso übernommen.

Aber auch innerhalb der parlamentarischen Linken bewegt sich etwas. Die PDS ist weiterhin von der Zwangsneurose getrieben, ja keinem Dogmatismus zu verfallen. Schließlich hatte man diesen 40 Jahre. Dies gelte auch in der Frage der Privatisierung. Es müsse immer im Einzelfall entschieden werden - siehe die Wohnungsprivatisierung in Dresden.

Oskar Lafontaine hat an diesem Punkt mit dem Einzug ins Parlament auf dem Ticket der Linkspartei.PDS eine ungeahnt progressive Rolle gespielt. So hat er, wie es sich für einen aufrechten Sozialdemokraten gehört, mit stark staatszentrierten Vorzeichen, eine rote Line festgezurrt: Keine weitere Privatisierung.

In dem Anfang Juni vorgestellt Manifest "Aufruf zur Gründung einer neuen Linken" heißt es gar: "Die Linke will Schluss machen mit einer Politik, die das öffentliche Vermögen verkauft und damit die Bevölkerung enteignet." Und weiter: "Schlüsselbereiche der Wirtschaft und der Daseinsfürsorge müssen in öffentliche Eigentumsformen überführt werden und demokratischer Kontrolle unterliegen." Lafontaine ging bei der Präsentation sogar noch einen Schritt weiter: "Wir denken dabei insbesondere an den Energie- und Bankensektor". Man höre und staune.

Aber auch die Herrschenden sind nicht untätig. Nicht nur sollen im Rahmen des GATS-Abkommens bisher öffentlich organisierte Dienstleistungen für das renditesuchende Kapital geöffnet, d.h. privatisiert werden. Die Dominanz von Privateigentum und Verwertung wird auch auf internationaler Ebene vorangetrieben. So werden auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm die so genannten geistigen Eigentumsrechte, die "Intellectual property rights", zentrales Thema werden. Mit diesem transnationalen Regelwerk sollen traditionelles Wissen, Saatgut, Software, Geschmacksmuster und vieles mehr für das Kapital in Wert gesetzt werden.

Der Versuch der sozialen Bewegungen und der politischen Linken, in die Offensive zu kommen, bedarf vor diesem Hintergrund weiterer Anstrengungen. Nicht zuletzt bei der linken Gretchenfrage: "Nun sag, wie hältst du es mit dem Staat?"

Mehr dazu im Thema auf den Seiten 13-16


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Syngenta: Ein Schweizer Konzern setzt
für den Profit Menschenleben aufs Spiel

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Armut im Schatten von Glaspalästen

Mumbai ist das Symbol für Indiens Aufstieg. Eine 18-Millionen-Stadt mit blühender Filmindustrie und pulsierendem Wirtschaftsleben. Doch fast jeder dritte Einwohner führt im Schatten der Bürotürme ein menschenunwürdiges Dasein. In Mumbais Slums teilen sich 42 Prozent der Familien je zehn Quadratmeter Wohnraum. 95 Prozent haben keinen Wasseranschluss, und fast alle benutzen öffentliche Toiletten. Kinder sterben an Durchfall, Lungenentzündung und Malaria, unter den Wellblechdächern der Slums herrscht Hunger. Derweil erfüllen Hunderte von Schlankheitskliniken Mumbais anderen Bewohnern ein Bedürfnis.

Indien


Bitte um Gnadentod

Eine indische Familie hat das oberste Gericht des Landes um medizinische Hilfe gebeten - oder andernfalls um den Gnadentod. «Ich habe keine Möglichkeit, in dieser Welt zu überleben», schrieb Mukhtar Ahmed Shaik dem Obersten Gerichtshof. Zwei seiner vier Kinder litten an Muskelschwund und er könne sich die Arztrechnungen nicht leisten, erklärte der 58-Jährige. Ohne Hilfe der Behörden bleibe ihm nichts anderes übrig, als sich mit seiner gesamten Familie das Leben zu nehmen. Der Arbeiter verdient nach eigenen Angaben 2000 Rupien (rund 55 Franken) im Monat. Sterbehilfe ist in Indien verboten. (sda)

 

Indien - Gesellschaftliche Strukturen

Armut

Indien wird immer noch in erster Linie mit dem Begriff Armut assoziiert. In populären europäischen Vorstellungen über die sozialen Bedingungen in Indien nehmen absolute Armut und verbreitetes Elend einen breiten Raum ein. Bilder, die sich dabei aufdrängen, sind die überquellenden Slums in den Metropolen, bettelnde Menschen entlang der Hauptstraßen und auf den Straßen übernachtende Elendsgestalten; das Ganze nur mäßig gemildert durch die Tätigkeit humanitärer Organisationen
bei mehr oder weniger ausgeprägtem Desinteresse der Regierung.
Diese Vorstellungen sind allenfalls teilweise korrekt. Richtig ist, daß Armut und extreme Armut in Indien immer noch Massencharakter haben. Bei Verwendung der üblichen Armutsindizes lebten 1990 287 Millionen Inderinnen und Inder in absoluter Armut, das waren immerhin 25 Prozent der Gesamtbevölkerung und ein gutes Drittel der weltweit Armen insgesamt. Damit stellt Indien (bzw. Südasien insgesamt) neben Schwarzafrika die Hauptarmutsregion der Erde dar. Jedoch ist die Zahl der absolut Armen seit den siebziger Jahren rückläufig, als Anteil an der Gesamtbevölkerung ist sie drastisch gefallen (1972/73: 51,5 Prozent). Und dies, obwohl das Wirtschaftswachstum 1970 bis 1985 relativ bescheiden blieb. Auch gemessen an den üblichen Sozialindikatoren, das heißt nicht nur gemessen am Bareinkommen, hat sich die Lage im genannten Zeitraum bei den ärmeren Schichten verbessert. Interessant ist auch, daß nach den verfügbaren Zahlen sich der immer noch höhere Anteil der Armen in ländlichen Regionen schneller verringert hat und nur noch wenig über jenem in der Stadt liegt, nach jüngsten Zahlen der Weltbank ist er sogar gleichauf.

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"Du sollst deine Frau nicht schlagen,
aber wenn das Essen nicht fertig ist, wenn die Fladen nicht heiß sind,
 welche Wahl hast du dann?"


Ein Mann aus dem indischen Staat Uttar Pradesh


Mädchen und Frauen in Indien stehen einer im weltweiten Vergleich beispiellosen Diskriminierung gegenüber. Dies gilt insbesondere für die ländlichen Regionen.

Jeder Lebensabschnitt der Frauen ist von Unterernährung, Selbstverleugnung und einem Mangel an Mitspracherecht geprägt. Die schwierigen sozialen und ökonomischen Bedingungen werden durch die Mitgift-Praxis noch verschärft. Obwohl die Mitgift seit 1961 illegal ist, floriert sie in der Praxis und nimmt sogar noch zu. Jedes Jahr werden etwa 15.000 Frauen von ihren Männern beim Streit
um die Mitgift getötet.

Unterdrückung und Unterwerfung der Frauen sind in Indien die Regel.

Doch gerade das ländliche Indien braucht seine Frauen zum Überleben. Frauen haben eine dreifache Bürde: sie tragen im Haushalt und in der Familie, in der Landwirtschaft und bei der Lohnarbeit massgeblich zur Existenz ihrer Familien bei. Gleichzeitig bleibt ihre Arbeit aber wegen ihres niedrigen sozialen Status unbeachtet, unterbewertet und ohne Unterstützung. Oft werden Frauen nicht oder nur erheblich niedriger als Männer für ihre Arbeit entschädigt. Wenn aber Frauen über ihr eigenes Einkommen verfügen, investieren
sie es zum Wohl ihrer Kinder und Familien.

Gewalt und Androhung von Gewalt prägen jedoch am längsten und stärksten die das Leben der indischen Frau. Diese Erfahrung zieht sich durch alle Lebensphasen und wiederholt sich von Generation zu Generation:
 
  • Jedes Jahr werden in Indien zwischen drei und fünf Millionen weibliche Föten abgetrieben.
     
  • Jedes Jahr werden mehr als 10.000 Mädchen bei ihrer Geburt getötet.
     
  • Die vorsätzliche Benachteiligung von Mädchen durch unzureichendes Stillen, Vorenthaltung von Nahrung und mangelnde Gesundheitsfürsorge führt zu Unterernährung und Tod.
     
  • 30 % der Arbeitslast der Frauen in Indien wird von Mädchen zwischen 6 und 11 Jahren getragen. Schulbesuch und Spiele sind nahezu undenkbar.
     
  • Zwischen 1996 und 1997 ist die Zahl der unter 10-jährigen Mädchen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, um 27 %
    gestiegen.
     
  • 39 % der Mädchen auf dem Lande werden im Alter von 15 bis 19 Jahren bereits verheiratet und werden den Risiken einer Geburt ausgesetzt, obwohl sie oft selbst noch nicht voll ausgereift sind.
     
  • Die Müttersterblichkeitsrate in Indien ist eine der höchsten der Welt: auf 100.000 Lebendgeburten kommen 410 Mütter, die bei der Geburt sterben.
     
  • In Indien werden Witwen oft schikaniert, geschlagen oder gar ermordet. Viele Witwen werden in Tempeln zurückgelassen, wo
    sie keinen Schutz vor sexueller Gewalt haben.
     
  • 50 Millionen Frauen sind in den letzten Jahrzehnten aus der indischen Bevölkerung einfach “verschwunden” und nicht mehr auffindbar.
     
Die Veränderung der Lebensumstände indischer Frauen muss grundlegender Natur sein und an verschiedenen Ebenen ansetzen.

www.das-hunger-projekt.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Der Schweizer Kinderarzt Beat Richner, alias Beatocello,
setzt sich hingegen seit 11 Jahren für eine ganz andere Vision der humanitären Medizin ein. Die drei Spitäler, die er in Kambodscha bauen ließ, entsprechen dem europäischen Standard und betreuen heute 80% der kranken Kinder des Landes.
4,5 Millionen Kinder sind hier bereits gepflegt worden.
Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung vor Ort entrüstet sich Dr. Richner über die Passivität der internationalen Organisationen: sie vertreten in diesem von Korruption geplagten Land eine Politik, die zu oft wirkungslos bleibt.
Der Film "Geld oder Blut" führt uns das Aufeinanderprallen zweier Gesundheitssysteme vor Augen, die auf gegensätzlichen Philosophien beruhen. Zum ersten Mal öffnen sich der Kamera die Türen des staatlichen Gesundheitswesens von Kambodscha (das von den internationalen Organisationen unterstützt wird), die auf diese Weise konkrete Vergleiche anstellt. Die Berichte sind ernüchternd und oft auch erschütternd.

Tag des Wohnens zielt auf Einlösung des Menschenrechts auf Wohnen

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Schweiz

Die Schweiz ist neben Japan das einzige Land, das die Entwicklungshilfe gekürzt hat. Zudem hat sie keinen Zeitplan für die Erhöhung der Gelder.
 
UNDP-Chef Mark Malloch Brown rügte deshalb in Bern die Schweizer Politiker.

 

Die Schweiz habe noch nicht einmal die bereits am Weltgipfel von Rio 1992 versprochene 0,4%-Marke für staatliche Entwicklungshilfe erreicht, sagte der Chef des UNO-Entwicklungsprogramms und Stabschef von Generalsekretär Kofi Annan, Malloch Brown.

Zudem fehle ein Bekenntnis zur Erhöhung auf 0,7% des Bruttoinland-Produkts (BIP), wie dies die UNO 1970 festgelegt hatte.

Andere Staaten gäben bereits 0,7% des (BIP) für Entwicklungshilfe aus, wie sie dies 2002 bei der UNO-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Mexiko versprochen hatten, sagte Malloch Brown weiter.

 

Appell an das Parlament

 

2003 gab die Schweiz 0,38% des BIP für Entwicklungshilfe aus. Sollten alle geplanten Streichungen im Parlament durchkommen, sinkt die Quote auf 0,35%.

Laut dem UNDP-Chef hat Luxemburg 2004 das Budget um über 10% aufgestockt, Spanien um fast 15% und Österreich gar um 27%.

Malloch Brown appellierte deswegen an die Eidgenössischen Räte, den Rotstift nicht weiter anzusetzen. Ein Treffen mit Vertretern der Aussenpolitischen Kommissionen stand am Montagnachmittag auf seinem Programm.

 

Schweizer UNO-Sitz in der Wagschale

 

"Ich hoffe, dass sich die Schweiz bis zum UNO-Gipfel im September in New York ein neues Ziel setzt", fügte der UNDP-Chef hinzu.

In New York sollen 160 Staats- und Regierungschefs die UNO-Reform beschliessen. Zudem steht eine Standortbestimmung der am UNO-Millenniumsgipfel beschlossenen Ziele wie die Halbierung der Armut bis 2015 auf dem Programm.

"Die Schweiz hat ein grosses Interesse daran, den Sitz des künftigen Menschenrechts-Rats in Genf zu erhalten. Es wäre sehr befremdend, wenn die Schweiz mit dem internationalen Konsens bei der Entwicklungshilfe brechen würde", fügte Malloch Brown hinzu.

Die Idee für den Menschenrechts-Rat stammt aus der Schweiz. UNO-Generalsekretär Annan hat sich den Vorschlag zu eigen gemacht. Der Rat soll die in Genf tagende, viel gescholtene UNO- Menschenrechts-Kommission ersetzen.

 

Die Kosmetik anderer Länder

 

Angesichts der Kritik sah sich der Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Walter Fust, gezwungen, die Aussagen Malloch Browns zu relativieren.

Viele Staaten hätten die Zahlen kosmetisch erhöht, indem sie den Erlass von Schulden oder die Kosten für Asylbewerber dazu rechneten.

"Wenn wir dies täten, würden wir die 0,4 Prozent des BIP erreichen; unter dem Strich gäben wir aber keinen Rappen mehr für Entwicklungshilfe aus", sagte Fust. Dass ihm ein solcher Trick nicht behagen würde, versteckte der DEZA-Chef nicht.

Neue Ziele zu setzen, sei ein politischer Entscheid, fügte Fust hinzu. Ein solcher könnte am 18. Mai fallen bei der Klausur des Bundesrates zur Aussenpolitik.

Laut Bundesrätin Micheline Calmy-Rey werden dann auch die UNO-Millenniumsziele diskutiert, wie sie in einem Interview gegenüber dem "SonntagsBlick" erklärt hatte.

swissinfo und Agenturen

Amnesty kritisiert Schweizer Polizei

Die Organisation Amnesty International wirft den Polizeikorps zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen vor. In den meisten Fällen seien die Verantwortlichen ohne Strafe davongekommen. Von Polizeiseite wird der Bericht vehement kritisiert.

 

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Guidos Reiseberichte

 Letzte Aktualisierung am  08.05.2008 16:10:22 

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